Im vergangenen Jahr war es noch so klar – natürlich war ich zu Ostern in meiner Heimatgemeinde. Natürlich gab es die mir so gut bekannten Ritualen – die feierliche Messe, die Entzündung der Osterkerze, das Osterfeuer und die abschließende Agape im Gemeindesaal zusammen mit all den vertrauten Gesichtern. All das war für mich Heimat in dem so gewohnten Kirchengebäude. Meine Heimatgemeinde in der ich mich, trotz Umzugs in eine andere Stadt, immer noch zuhause fühlte. Die Gemeinschaft in der ich aufgewachsen bin, in der ich so viel erlebt hatte und irgendwie immer noch dazugehörte.

Der Ort an dem so viele Erinnerungen hängen, ist nun nicht mehr. Das Gebäude ist keine Kirche mehr und die Gemeinschaft in der ich zuhause war hat sich angepasst, sich verändert – so richtig passe ich da nicht mehr rein.

Je näher Ostern rückt, desto häufiger stellt sich mir die Frage – wo werde ich in Zukunft Ostern feiern? Werde ich Ostern in der Gemeinde an meinem neuen Wohnort feiern? Immer eines der jugendkirchlichen Angebote zu Ostern wahrnehmen? Oder von Jahr zu Jahr einen neuen Ort suchen? Was fast all diese pastoralen Angebote jedoch für mich gemeinsam haben – sie sind mir noch keine Heimat.

Auch für Jesus Jünger gab es eine Phase des Umbruchs, eine Phase in der sie sich neu orientieren musste. Nach seinem Tod waren auch die Jünger, die nach Emmaus liefen, auf der Suche, nachdem ein wichtiger Mensch für sie verloren war (Luk 24, 13 ff).

Herr, so manches Mal genügt mir nicht einfach zu wissen,
dass wir alle ein Teil deiner Gemeinschaft sind.
In diesen Momenten möchte ich sie fühlen – die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde.
Gib mir Kraft und Ausdauer auf der Suche nach dem Gefühl der Zugehörigkeit.
Lasse mich die Augen öffnen, um die Gemeinschaft zu sehen, die mich bereits umgibt und sie wertzuschätzen.
Amen.

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