Neulich gehe ich bei mir im Treppenhaus die Treppen herauf, die Post in der Hand. In der zweiten Etage steht die dort wohnende ältere Dame vor ihrer Wohnungstür und schaut sich suchend um. Ich frage sie, ob ich ihr helfen kann.
„Wissen sie, junger Mann, seit einigen Wochen liegt auf einmal immer meine Post vor der Tür, obwohl ich sie gar nicht geholt habe. Und mein Müll, den ich immer schon vor die Tür stelle, um ihn später mit herunter zu nehmen, ist immer schon weg. Das ist ja auch echt toll, ich bin ja nicht mehr so gut zu Fuß. Ich frage mich nur, wer das immer macht.“
Sie erzählt mir, dass sie ihre Nachbarin in Verdacht hat und ihr deshalb immer Kleinigkeiten mitbringt. Darauf angesprochen hat sie sie aber noch nie.
Ich lächle sie an und gebe ihr langsam ihre Briefe, die ich neben meinen mit nach oben genommen habe. Sie nimmt sie entgegen und lacht mich überrascht an…

Manchmal erkennt man nicht, wer es eigentlich ist, der einem was Gutes tut. Aber solche guten Taten können anregend sein. So wie die Nachbarin der anderen eine Kleinigkeit mitbringt, weil man ihr eine Freude macht.
Mich erinnert dieser Gedanke an den Emmausgang. Die Jünger gehen mit Jesus und erzählen von ihm, ohne ihn zu erkennen. Als er sich später zu erkennen gibt, merken sie, was er auf dem Weg Gutes für sie getan hat und ziehen aus, um die Freude weiterzugeben (Lukas 24, 13-33).
So etwas findet man auch in diesem Video:

Wir können Dinge verändern und Freude, die uns widerfährt, weitergeben. Und das sollten wir auch tun!

Guter Gott,
hilf uns, die Freude, die uns widerfährt,
auch mit anderen zu teilen.
Schenke uns ein offenes Auge dafür,

zu erkennen, was wir Gutes
für unsere Nächsten tun können.

Amen.

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