Letztens hat mich ein Post zum Lachen gebracht:

Kurze Zeit später bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob dieser Spruch wirklich zum Lachen ist.
Mir geht es auch so, dass ich gerne viel über Leute wissen möchte, die ich neu kennen lerne. Aber auch bei Freunden ist es mir wichtig zu wissen, wie es ihnen geht und was in der nächsten Zeit so anliegt. Manchmal erwische ich mich auch in Kontaktpausen, die mir zu lang sind, dass ich die sozialen Medien nutze, um meinen Wissensdurst zu löschen.
Ist das noch Interesse? Oder fängt da eventuell schon Stalking an?

Genauso erging es mir mal mit einem Chef. Er fragte mich, wann ich was und wie viel arbeitete. Anfangs hatte ich den Verdacht, er wolle mich kontrollieren, doch es stellte sich heraus, dass er seiner Fürsorgepflicht nachkam, weil er befürchtete, dass ich zu viel arbeitete und zu wenig Pausen machte.

So ist es mit Gesetzen und Regeln. Oft kann man sie für den Menschen nutzen, aber es ist auch immer möglich, sie gegen Menschen zu verwenden.
Eins der 10 Gebote heißt „Du sollst den Sabbat heiligen.“ Als Jesus einen Gelähmten am Sabbat heilte und ihn aufforderte, seine Liege zu nehmen und zu gehen, bekam erst der Geheilte Ärger von Gläubigen, weil das Liegetragen an einem Sabbat nicht erlaubt war. Auch Jesus feindeten sie später an, weil er an einem Sabbat einen Menschen heilte und arbeiten am Sabbat verboten war. (Joh 5, 1-18)

Worum ging es den Gläubigen? Hatten Sie Interesse am Geschehen oder am Wirken Jesus, oder ging es ihnen um Kontrolle und Macht?

Herr,
Interesse an mir und meinem Leben
ist ein Geschenk.
Geschenke kann man annehmen oder ablehnen,
Lass mich erkennen,
welche Geschenk ich annehmen möchte
und den Mut haben andere abzulehnen.
Hilf mir,
dass auch ich meinem Mitmenschen
Interesse schenke
und mit möglicher Ablehnung gut umgehe.
Amen.

Unzählige Erinnerungen schlummern in tausenden von Fotos, verpackt digital in 80 GB an Daten und analog in beinahe zwei Wäschekörben bei mir. Sie alle halten Erlebnisse fest, die bereits vergangen sind. Fangen etwas von der Freude, von dem Strahlen, von der Traurigkeit, dem Gefühl des einen Moments ein – für später konserviert, um daran zu erinnern.

Manchmal hole ich sie hervor und bin wieder da an dem Ort, zu der Zeit, mit den Menschen. Manches davon verblasst, andere Details glasklar. Für die schönsten Momente, die einprägsamsten Erlebnisse brauche ich gar kein Foto. Die Erinnerungen bleiben. Meine Augen und Ohren, meine Nase und all meine Sinne haben die schönsten Momente einfach festgehalten und erinnern sich. Obwohl es davon keine Fotos gibt, sehe ich mich wieder vor mir,

wie ich vor lauter Aufregung darüber, eine Zusage für meinen ersten Job bekommen zu haben, gar nicht mehr weiß, wohin mit meiner Energie, wohin mit meiner Freude. Strahlend laufe ich Runde um Runde, während ich davon erzähle.

wie die Sonne in der Ferne langsam untergeht, während wir vom Flughafen in die Stadt, die niemals schläft fahren, beeindruckt von den unzähligen Lichtern, der Betriebsamkeit zu so später Stunde und einem ganz bestimmten Lied im Radio.

wie wir beide bis in die Dunkelheit hinein am Wasser sitzen, bei unseren Gesprächen immer mehr Gemeinsamkeiten entdecken und nicht möchten, dass dieser Abend vorbeigeht.

Von vielen dieser kleinen Momente gibt es keine Fotos, nichts, was ich anderen zeigen kann, aber sie sind doch noch da. Auf eine Art und Weise, an die nur ich mich erinnere, von der nur ich erzählen kann.

Mit dem Verlust der Menschen, die sich erinnern, verblassen Stück für Stück auch so manche Erinnerungen – verblassen die Geschichten, die Fotos. Einige Bilder aus unseren Fotobergen zeigen Menschen, die wir nicht mehr erkennen oder deren Namen wir nur noch vage wissen. Es kann aber niemand mehr berichten, wie diese Personen tatsächlich aussahen, was sie erlebt haben, wie sie waren.
Mit jeder verlorenen Erinnerung stirbt also auch immer etwas mehr von den Menschen, die uns begleitet haben. Im Disney-Film Coco verblasst die Erinnerung an einen geliebten Verstorbenen so stark, dass er droht, sich vollkommen aufzulösen. Seine Seele kann daher am mexikanischen Dià de los Muertos, ein Volksfest zu Ehren der Toten, das rund um unser Allerheiligen begangen wird, beinahe nicht mehr zu seiner geliebten Familie zurückkehren.

Auch wenn wir von ihm keine Fotos, keine lebenden Erinnerungsträger mehr haben, an eine Person werden wir uns noch lange erinnern – Jesus. Seine Lebensgeschichte wurde uns über Jahrtausende überliefert. Petrus hat sich dies, wie er selbst schreibt, zur Aufgabe gemacht:

„Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an jene, die durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus den gleichen kostbaren Glauben erlangt haben wie wir. […] Ich will aber dafür sorgen, dass ihr euch auch nach meinem Tod jederzeit daran erinnern könnt. Denn wir sind nicht klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundtaten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Denn er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen, als eine Stimme von erhabener Herrlichkeit an ihn erging: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.“ (2. Petrus 1,1, 15-18)

Herr,
all meine Erlebnisse haben mich geformt,
auch die Geschichten meiner Vorfahren
haben mich zu der Person gemacht,
die ich heute bin.
Lass mich meine schönen Erinnerungen im Herzen bewahren,
fülle sie mit Leben und lass mich wieder
und wieder Freude an ihnen haben und sie teilen.
Lösche traurige Erinnerungen nicht aus,
aber hilf mir, mit ihnen umzugehen
und mache sie für mich erträglicher.
Hilf mir auch, das Andenken der vergangenen
Generationen mit ihren Geschichten weiterzutragen.

Amen

Kennst du das, dass du nach einer Verabschiedung nach einer guten Zeit für eine längere oder ungewisse Zeit plötzlich Herzschmerz hast?

Mich erwischte es ganz plötzlich auf der Autofahrt nach Hause.
Ich hatte mich mit einem guten Freund nach längerer Zeit endlich mal wieder getroffen und uns beiden war klar, dass dieses Treffen für die nächste Zeit auch das letzte sein würde, weil er eine längere dienstliche Reise aufgebrummt bekam.
Ich dachte, ich würde das locker wegstecken. Und dann saß ich da im Auto und mich überkam eine tiefe Traurigkeit und ein komisches Gefühl im Bauch.

 

Und plötzlich tauchten Bilder von Situationen auf, in denen dies früher auch schon so war:

  • Als meine beste Freundin und Nachbarin, die ich mein ganzes 6jähriges Leben lang kannte plötzlich in eine andere Stadt zog. Wir waren auf unsere Eltern angewiesen, wenn wir uns wiedersehen wollten.
  • Nach einer tollen 18tägigen Ferienfreizeit, in der ich supertolle Menschen kennengelernt hatte, lagen wir uns heulend an den Kleinbussen in den Armen. Denn diese Reise war einmalig und wer weiß, ob die Zukunft uns nochmal zusammenführen würde.
  • Als die Verliebtheit vorbei war und wir weitere 3 Monate nicht an einem Ort sein würden, um zu gucken, was von der Beziehung eine Chance haben könnte zu überleben.

 

Klar, habe ich alle Momente überlebt. Die Realität, die danach kam, war nicht immer schrecklich.
Aber in diesen Trennungsmomenten war ich erstmal untröstlich und habe auch länger als nur ein paar Stunden oder Tage gelitten.
Alles waren jedoch wirklich bedeutende Momente.

 

Vielleicht gibt es in unserem Leben ja so etwas wie kleine letzte Abendmahl-Momente.
Jesus saß mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl. Er hatte mit ihnen einen guten, aber nicht leichten Weg zurück gelegt. Er aß mit den Jüngern und wusste aber auch schon, was auf ihn zukommen würde: der Verrat von Judas, die Kreuzigung und die Auferstehung. Wobei er sich vermutlich nicht wirklich vorstellen konnte, was da auf ihn zukommt. (Lukas 22, 14ff)

Liebender Gott,
manchmal kann ich,
wenn ich im Tal der Tränen bin,
den Sinn nicht erkennen.
Schenke mir Vertrauen
auf dich und dass du einen Sinn siehst,
auf mich und dass ich auch diesmal stark genug bin,
die Situation zu überstehen
und auf die Menschen um mich,
dass ich auf ihre Hilfe vertraue
und sie auch annehme.
Amen.

„Schon wieder dieser Song!“, denke ich. Meine Schwester spielt ihn in diesem Urlaub dauernd. Genervt frage ich sie, ob es nicht langsam mal gut sei. „Warum sollte ich
einen anderen Song spielen“, sagt sie. „Es ist der beste Song auf der ganzen Welt!“

Hast du auch etwas, wovon die nicht genug bekommst? Etwas, was du immer wieder tun kannst?

Mir geht es so, dass ich schon seit Jahren immer mit dem gleichen Freund montags in die Kneipe gehe. Eine echt liebgewonnene Gewohnheit.
Nun macht die Kneipe montags Ruhetag. Eine Chance für was neues – sagen viele.
Für uns jedoch der Verlust von etwas Optimalem.

Manchmal muss man etwas hinter sich lassen, so wie der eine Sohn im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Er lässt sich von seinem Vater das Erbe auszahlen und zieht in die weite Welt. Nach dem sein Erbe verbraucht ist, er in schlechten Verhältnissen lebt, stellt er fest, wie gut es selbst die Arbeiter bei seinem Vater haben. So kehrt er reumütig zu seinem Vater zurück, der ihm freudig wieder aufnimmt. (Lukas 15, 11-32)

Jetzt könnte man sagen: „Oh Mann, wie blöd war der denn, dass er das gute Zuhause überhaupt verlassen hat!“
Aber ist es nicht so, dass wir verpflichtet sind etwas zu verändern, etwas zu wagen, wenn wir in der jetzigen Situation zweifeln, ob es das Optimale ist?

 

Herr, gib mir den Mut und die Kraft,
Situationen zu verlassen,
mit denen ich nicht glücklich bin.
Lass mich erkennen,
wenn mir etwas wirklich Gutes begegnet und mich dann dankbar dafür sein.
Amen.

Letztens war ich auf einem Konzert in Köln. Ich hab die Karten geschenkt bekommen und mich wahnsinnig gefreut.

Nicht nur auf den Musiker selbst, sondern auch auf das ganze Konzert-Feeling. Mit hunderten fremden Menschen, die alle zu der gleichen Musik feiern, einen Moment zu teilen, ist ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Man ist für zwei, drei Stunden in der gleichen Welt, singt und schreit und tanzt zu den gleichen Lieblingsliedern und geht danach wieder seiner Wege.

Aber wie schön ist es, dass man eben mal kurz zusammen das Leben feiern kann? Und gemeinsam die pure Dankbarkeit für den Moment zu fühlen? Mein Erlebnis zeigt mir: Gemeinschaft kann man überall sein und Verbundenheit kann man immer fühlen.

Und ich freue mich schon auf das nächste Konzert.

Plötzlich denke ich: „Das habe ich doch auch schon mal woanders gehört!“ Es dauerte einen Moment bis mir einfiel, wo es war. Eine Freundin erzählte mir davon, dass sie regelmäßig jedes Jahr nach Taizé fährt und dass es ein tolles Erlebnis ist, dort mit vielen Menschen zu beten, zu singen, zu zelten und zu essen.

Und könnte nicht auch ein Gottesdienst hier bei uns im Ruhrpott ein solches Erlebnis sein?

Kurz zusammen sein, Gemeinschaft erleben, sich verbunden fühlen!

Warum erlebe ich das in Kirche nicht, oder nur selten? Oder warum gehe ich nicht mal dorthin, um zu testen, ob ich das erleben könnte?

Kannst du dich erinnern, dass du dich mal auf einen Gottesdienst gefreut hast? Oder dass du nachher ganz begeistert anderen davon erzählt hast?

“Von allen Seiten kamen die Jünger zusammen, um Jesus zu berichten, was und wo sie vom Reich Gottes erzählt hatten. Jesus zog sich mit den Jüngern zurück. Das Volk folgte ihnen an den einsamen Ort. Sie redeten miteinander und vergaßen darüber die Zeit. Jesus versorgte die 5000 mit dem was vor Ort da war – 5 Brote und 2 Fische – und alle wurden satt. Übrig blieben 12 Körbe voller Brot.” (Luk 9, 10-17)

Herr,
ich danke dir für die schönen Momente in meinem Leben,
für die Menschen, die mir nah sind und die mich hoffentlich immer begleiten,
aber auch für die Menschen, die mir in einem kurzen Moment ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Lass mich immer wieder Verbundenheit fühlen können
Und hilf mir, dass ich ein Teil davon bin anderen Menschen gute Momente zu schenken.
Amen.

 

„Da wollen wir hoch. Zu Fuß!“ – eine Freundin zeigte dabei auf die Bergstation am steil vor uns aufragenden Ätna.
„Das schaffe ich nicht! Ich komme da nicht mehr runter“, war mein erster Gedanke und war davon auch fest überzeugt.
„Doch das schaffst du. Von hier aus sind es nur etwa 600 Höhenmeter. Es sieht schlimmer aus, als es ist. Und den Weg zurück schaffst du dann auch.“
Wir waren extra für die Aussicht dorthin gefahren. Trotz Muffensausen wollte ich daher auch nicht kneifen.

600 Meter höher und drei Stunden später, nach einem Anstieg über steile Abhänge, die mit feiner Lavaasche bedeckt waren, auf der die Füße wegrutschten, waren wir endlich oben angekommen. Die Anstrengung hatte sich gelohnt, trotz aller Strapazen war es ein großartiges Gefühl, es geschafft zu haben. Die unwägbare Asche überwunden zu haben, nicht aufgegeben zu haben und den Weg das Ziel sein lassen. Die Entscheidung für den mühsameren Aufstieg zu Fuß und gegen die Seilbahn war es wert, auch wenn der holperige Abstieg noch bevorstand. Dank der Motivation vom Aufstieg habe ich auch den Abstieg gut überstanden.

Was wäre, wenn ich es gar nicht erst versucht hätte?
Wäre ich dann mit so einem guten Gefühl nach Hause gefahren? Hätte es zu Missmut zwischen meiner Freundin und mir geführt? Wahrscheinlich beides. Auf alle Fälle hätte ich nun nicht das Gefühl, auch Hürden nehmen zu können, die ich mir zunächst gar nicht zutraue.
Welche Konsequenzen Entscheidung für den einen und gegen den anderen Weg haben, können sind nicht immer vorauszusehen. Manche beeinflussen uns nur minimal, andere haben Konsequenzen für unseren ganzen Lebensweg.

Was wäre, wenn du dich an dem ein oder anderen Punkt deines Lebens anders entschieden hättest?
Beziehungen, Freundschaften, Lebensläufe … der Punkt, an dem du dich darin gerade befindest, hängt von vielen schon getroffenen Entscheidungen ab. Welche Ausbildung oder welchen Studiengang du gewählt hast. Welchen Personen du deine Zeit schenken möchtest. Wofür du dich einsetzt.

Was wäre, wenn Jesus sich entschieden hätte wegzulaufen, statt gekreuzigt zu werden? Wie sähe unsere Welt dann heute aus? Gäbe es christliche Werte? Wie würden wir miteinander umgehen?
Wenn wir das nächste Mal eine Entscheidung treffen müssen und nicht wissen, wohin uns der Weg führen wird, ist vielleicht Gott zur Stelle, wenn wir ihn darum bitten.

“Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf.” (Jakobus 1,5)

Herr,
stehe mir besonders bei
schwierigen Entscheidungen bei
und weise mir den Weg.

Ermutige mich, auch vor dem vermeintlich
steinigeren Weg nicht zurückzuschrecken,
um an den Herausforderungen zu wachsen
und gestärkt daraus hervorzugehen.
Auch wenn ich den leichteren Weg gewählt habe,
unterstütze mich in allem,
was zukünftige Kreuzungen für mich bereithalten.
Amen

Oftmals passieren Dinge im Leben, mit denen man nicht rechnet. Es kann eine Nachricht sein, die einen erreichen, ein Ereignis oder eine große Veränderung.

Es kann auch passieren, dass diese Dinge einen treffen und für kurze Zeit aus der Bahn werfen. Manchmal sind nahestehende Personen der Auslöser: Freunde, Bekannte, Familie. Vielleicht sind es ja sogar gute Nachrichten: Ein enger Freund will heiraten, zieht aber deshalb weit weg. Eigentlich ja was Schönes, aber irgendwie trifft es einen doch. Wurdest du auch schon mal von etwas getroffen?

Zu diesem Thema ist mir auf Anhieb ein Lied eingefallen, dass dem ein oder anderen nach so einem Treffer vielleicht sogar Mut machen könnte.

In dem Lied erzählt der Sänger davon, dass man sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen soll. Manchmal ist es auch wichtig von alleine wieder aufzustehen (I’d love to give you wings, but babe you’ve got go grow them‘), weil man dadurch stärker wird. Und trotzdem kann man sich auf Freunde verlassen oder auf Leute, die einem helfen und/oder unterstützen, wieder aufzustehen („I wanna pick you up and put you in the clouds“).

In der Bibel gibt es auch jemanden, der sich von Rückschlägen nicht hat unterkriegen lassen: Hiob. Auch er wurde getroffen und war kurz davor aufzugeben, aber es hat sich alles zum Guten gewendet, auch wenn er nicht mehr daran geglaubt hat. (Hiob 1,3)

Wenn du auch in so einer Situation bist, in der du getroffen wurdest, dann gibt es Dinge, die einem in dieser schwierigen Zeit helfen. Wer oder was ist das für euch? Vielleicht ja sogar Gott, denn auch er kann einem Mut und Kraft geben weiter zu machen.

Herr
Du bist für mich da,
wenn etwas Ungeahntes passiert,
mich etwas aus der Bahn wirft
und ich nicht weiß, wohin.
Du bist ein Freund,
der mir hilft, wenn ich es nötig habe.
Hilf mir,
dieser Freund auch für andere zu sein
und ihnen bei ihren Rückschlägen zu helfen.
Amen.

Letztens hatten wir eine Praktikantin, der wir zeigten, was wir so alles hier in cross#roads machen. Nach einem Überblick über unser Tun haben wir uns entschieden, gemeinsam einen #betblog zu schreiben.
Als ich sie fragte, welcher Film, welches Buch oder Lied sie in der letzten Zeit beeindruckt hat, fiel ihr sofort das Buch „In die Wildnis“ ein, mit den Begriffen Trennung, Freiheit und Leben.

Das Buch wurde verfilmt. Hier kannst du den Trailer sehen.

Ein junger Mann gibt seinen Wohlstand auf, trennt sich von seinen Eltern, um seinem Traum von Freiheit zu leben und das pure Leben zu spüren.
So radikal können viele von uns das nicht umsetzen. Aber gerade ist für viele Urlaubszeit, vielleicht kann man es da im Kleinen leben.
Hast du schon mal für einen Urlaub etwas hinter dir gelassen? Was ist für dich Freiheit? Wo spürst du pures Leben?

Auch in der Bibel findet man eine ähnliche Geschichte.

Ein Vater hatte zwei Söhne. Eines Tages sagte, der Jüngere, dass er gerne seinen Erbteil hätte, um in die Welt zu ziehen und das Leben zu genießen. Der Vater gab dem Sohn den Erbteil und der Sohn zog los, ließ alles hinter sich, lebte sein Leben und genoss es in vollen Zügen. Eines Tages allerdings war das Geld aufgebraucht und im Land herrschte eine Hungersnot. Kurz vor dem Verhungern kam dem Sohn die Idee, dass es den Tagelöhnern bei seinem Vater besser ginge als ihm gerade. Mit diesem Gedanken kehrte er zu seinem Vater zurück. Dieser nahm ihn nicht als Tagelöhner, sondern als seinen Sohn wieder auf. (Lk 15, 11 – 32)

Somit ging die Geschichte in der Bibel besser aus als in dem Film. Schön, wenn man solch ein Vertrauen haben kann.

Herr,
schenke mir Klarheit,
damit ich erkennen kann,
wofür es sich für mich lohnt,
Dinge hinter mir zu lassen.
Gib mir den Mut,
mir die Freiheit zu nehmen,
um meine Träume zu leben.
Aber auch den Mut umzukehren,
wenn ich erkenne,
dass ich nicht mehr meinen Traum lebe
oder in eine Krise geraten bin.
Lass mich dankbar den Augenblick genießen
und erkennen, wie schön das Leben sein kann.
Amen.

Männer mit Hüten – hast du dir so Engel vorgestellt? Ich nicht. In „Der Plan“ sind es diese Männer mit Hüten, die so manches Mal den Plan wieder zurechtrücken. Einen Plan, der von jemand höherem geschrieben wird. Vielleicht Gott? Hat Gott für uns alle einen Plan, einen Weg, der für uns vorbestimmt ist?

Einerseits ist es eine sehr angenehme Vorstellung. Als Kind habe ich ganz fest daran geglaubt, dass schon alles so werden wird, wie Gott es für mich vorgesehen hat. Ich fühlte mich dadurch sehr sicher. Was sollte schon geschehen? Gott würde ja nichts Schlechtes für mich wollen. Gott würde für niemanden etwas Schlechtes wollen.

Was würde das allerdings mit unseren eigenen Plänen machen? Den Weg zu meinem Plan A habe ich schon in der Schule eingeschlagen. Die LK-Wahl, Bachelor und Master, alles war darauf ausgerichtet, den Menschen irgendwann dabei helfen zu können, gesund zu bleiben oder wieder zu werden. Aber ich habe auch meinen Plan B, ein kleines gemütliches Café mit ganz vielen Büchern zum Schmökern. Sicherlich existieren auch ein Plan C und D, wenn ich genau darüber nachdenke. Was aber, wenn das alles gar nicht meine Pläne sind, sondern jemand vorausgesehen und geplant hat, ob mein Leben weiterhin Plan A folgt oder irgendwann Plan B, C oder D übernehmen? Habe ich durch meine Entscheidungen einen Einfluss und kann, wie im Film, vom Plan abweichen?

Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir in das Leben finden, das auf uns wartet.
– Oscar Wilde

 

Hätte Jesus vom Plan abweichen können? Zu wissen, was kommt, mag ihm etwas Sicherheit gegeben haben, etwas Vorbereitungszeit. Er war sicherlich zwiegespalten, was das betrifft. Es hat ihn auch mit Furcht erfüllt. Dennoch ist er dem Plan seines Vaters gefolgt. (Mat 16, 21; Mat 26, 36-46)

Völlig unabhängig davon, ob es nun jemanden gibt, der für uns einen Plan vorgesehen hat oder nicht, gab es in meinem Leben schon Situationen, in denen ich mir sicher war, dass das jetzt nicht so geplant war – dass das Leben einfach in meine Pläne reingepfuscht hat. Vielleicht wurde genau in diesen Momenten ja auch der Plan wieder zurechtgerückt und das Leben wartet auf uns. In diesem Sinne „Planst du noch oder lebst du schon?“

 

 

Gott,
ob du für mich einen Plan vorgesehen hast oder meine Entscheidungen von mir ganz allein getroffen werden, begleite mich auf meinem Weg und halte die Hand über mich.
Gib mir die Kraft den Lauf des Lebens zu akzeptieren, was immer er für mich bereithalten mag.
Amen

Unser Gewissen: Segen oder Fluch?

 

Du kennst das wahrscheinlich auch: diese innere Stimme, die dich fragt, ob du wirklich die richtige Entscheidung getroffen hast oder ob du nicht in einer Situation anders hättest reagieren sollen.

Vor kurzer Zeit ging es bei mir darum, einen Urlaub mit mehreren Personen zu organisieren. Mein ursprünglicher Plan war wirklich, zusammen mit den anderen Leuten an einem Ort eine Unterkunft zu buchen. Aus verschiedenen Gründen wollte ich dies dann allerdings doch nicht mehr, als ich gefragt wurde, ob ich jetzt wirklich dabei bin. Bei dieser Frage habe ich die Chance ergriffen, nochmal zurückzurudern. Mich plagte danach allerdings ein schlechtes Gewissen.

Bei einer Recherche zu Hintergründen zum Gewissen, bin ich auf ein kindgerechtes Video zum Thema Gewissen gestoßen: https://www.youtube.com/watch?v=AwTesGoQLmI. Daraus können aus meiner Sicht auch Ältere etwas lernen: das Gewissen hilft uns dabei, zu erkennen, was unsere Überzeugungen sind.

So hatte ich in meiner Situation ein schlechtes Gewissen, da ich eigentlich eine Person bin, die zu ihren Zusagen steht. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass die anderen mir gar nicht so böse waren, wie ich gedacht habe: es war einfacher mit weniger Personen eine Unterkunft zu finden. So war mein schlechtes Gewissen quasi „umsonst“; hat mir aber gezeigt, was eine meiner Werte ist.

Bereits zu früheren Zeiten kannten die Menschen ein schlechtes Gewissen. David und Saul waren zu jener Zeit Feinde. David hatte sich in einer Höhle versteckt. Als Saul dieser Höhle nahekam, schnitt David ihm heimlich einen Teil seines Mantels ab. So ganz zufrieden war David mit dieser Entscheidung jedoch nicht, da ihn ein schlechtes Gewissen plagte (1. Sam 24, 3-6).

Das Gewissen meldet sich ja nicht immer im Nachhinein. Vielleicht hast du auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass es bei Entscheidungen hilfreich sein kann. So kann man sich für die Option entscheiden, bei der sich das schlechte Gewissen nicht meldet. Wie viel „Macht“ du deinem Gewissen zusprichst, entscheidest aber du allein!

Guter Gott,

danke, dass du mir zur Seite stehst,

wenn ich eine Gewissensentscheidung treffen muss.

Ich möchte dafür beten,

dass du mir auch in Zukunft bei diesen Entscheidungen zur Seite stehst.

Amen.