„Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie nicht immer sehen, aber sie sind immer für Dich da!“
Spruch aus Spanien

Ob unsere „Sterne“ verglüht sind oder Bestand haben, merken wir gerade in dieser Zeit. Spontane Zusammenkünfte sind zurzeit nicht möglich, so dass wir auf Alternativen zurückgreifen müssen. Zum Glück haben wir heute die Möglichkeiten, unterschiedliche soziale Plattformen zu benutzen. Manche schreiben lieber ganz normal weiter miteinander, andere vermissen es die/den andere*n zu sehen und nutzen deshalb die Möglichkeit, sich über die Handy-/Computerkamera zu „treffen“. In unserer Leiterrunde wird Gemeinschaft groß geschrieben, weshalb wir unsere Leiter*innentreffen auch weiterhin stattfinden lassen, und zwar über Videochats. Auch wenn wir durch die Videochats ein wenig eingeschränkt sind, kennen wir uns alle so gut, dass wir anhand eines Gesichtsausdruckes merken, wie es der/dem anderen gerade geht.

Hierzu habe ich ein passendes Video gefunden:

„Ich glaub es braucht keine Worte, wir beide wissen ganz genau warum.“
Sowie bei meiner Leiterrunde und mir, ist es auch bei vielen anderen Freundschaften so, dass schon meistens ein Gesichtsausdruck reicht, um den anderen zu verstehen. Auch können einige die Gedanken ihrer Freunde dabei schon lesen, da sie sich so gut kennen.

„Wir bleiben zusammen was auch immer kommt. In guten und in schlechten Zeiten, vertraue ich Dir.“
Gerade jetzt müssen wir uns gegenseitig vertrauen und stärken, damit wir uns und andere unterstützen können. So können wir gemeinsam schwere Zeiten durchstehen und überstehen. Viele Freundschaften werden nach dieser Zeit intensiver und gestärkter sein, weil man in Krisen wie dieser Freundschaft schätzen lernt.

„Ganz egal wohin der Weg führt, sei sicher ich bin immer für dich da.“
Auch wenn uns im Moment verschiedene Wege bestimmt sind, bleiben wir für einander da.

Allgemein können wir also mitnehmen, dass wir uns nicht immer sehen müssen, sondern auch mal ein paar gute Worte reichen.

Wahre Freundschaft zählt sicher zum Schönsten im Leben: das Glück, Interessen und Erlebnisse mit anderen teilen zu können die Erfahrung, einander ohne Wort zu verstehen; das Zusammenstehen in Krisen und schweren Zeiten. In unserer unpersönlichen und technisierten Welt sind gute Freunde geradezu lebensnotwendig.

„Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz. Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen, und sein Wert ist nicht hoch genug zu schätzen. Ein treuer Freund ist ein Trost im Leben; wer Gott fürchtet, der bekommt solchen Freund.“ – Sirach 6, 14-16

Barmherziger und guter Gott,
segne die Menschen, die mir am Herzen liegen,
meine Familie, meine Freunde und Freundinnen.
Lass Deinen Segen um sie sein
wie ein schützender und wärmender Mantel.
Und lass den Segen in sie eindringen,
damit sie in Einklang kommen mit sich selbst
und inneren Frieden erfahren.
Amen.

„Corona ist mir komplett egal, ich bin viel zu jung für die Risiko Gruppe“.
Diesen Satz lese ich zu Hauf in den sozialen Netzwerken. Aber wer schreibt so etwas? Wer meint so etwas ernst? Erstaunlicherweise genau die Leute, die sich vor zwei Monaten über den Satz aufgeregt haben:
„Also der Klimawandel ist mir egal, ich bin so alt, den erlebe ich eh nicht mehr mit.“

Wir alle erleben in diesen Tagen Einschränkungen. Wir alle müssen auf viele alltägliche Aktivitäten verzichten. Aber vor allem eines müssen wir machen: Rücksicht nehmen. Uns gegenseitig unterstützen. Es gibt so viele Nachbarschaftshilfen, bei denen jung für alt einkauft. Und genau so etwas bereitet mir Hoffnung. Vielleicht ist „Die Menschheit“ gar nicht einmal so schlecht. Vielleicht lernen wir aus dieser schweren Krise, welche nicht nur unsere Wirtschaft, sondern jeden von uns persönlich angreifen wird.

In einem der vergangenen #betblogs kam folgender Spruch schon einmal vor:

Heute passt dieser Spruch um so besser. Wir dürfen nicht uns Sorgen darüber machen, was morgen kommt. Wir müssen, um uns seelisch nicht zu sehr zu zerstören, im Hier und Jetzt leben. Natürlich hat jede*r Zukunftsangst, aber das ist gerad jetzt normal. Man kann darüber mit Freunden und der Familie reden. Man kann versuchen, als positives Beispiel vorauszugehen. Mir hat sehr geholfen, weiter meinen Tag strukturiert zu leben, nicht vom Gewohnten abzuweichen. Man kann sich einen neuen Alltag schaffen. Bevor man anfängt zu arbeiten, vielleicht zehn Minuten spazieren gehen, quasi “zur Arbeit gehen”. Zu gewohnten Zeiten Mahlzeiten zu sich nehmen. Dem allem eine Normalität geben.

Die Unwissenheit macht uns fertig; wir müssen vertrauen.
Schon in der Bibel steht: “Sie sind das über alles geliebte Kind vom Allmächtigen, dem nichts unmöglich ist” (Jeremia 32:27). Auch in Mose wird diese Aussage, sehr passend zum jetzigen Zeitpunkt, bestätigt: “Sie sind das über alles geliebte Kind vom größten Arzt im Universum” (5. Mose 7:15)

Wir können alle nicht wissen, was morgen geschieht. Aber ich bin mir sicher, dass wir alle daraus lernen werden.
Wir werden uns gegenseitig alle bestärken. Und wir sind niemals ganz alleine. Auch wenn wir niemanden neben uns zum Reden haben, haben wir immer noch Gott an unserer Seite – oder Freunde und Familie am Telefon.
Also machen wir das beste draus!

Guter Gott,
meine Gedanken sprudeln nur so über, es sind so viele neue Eindrücke,
welche ich in den letzten Tagen verarbeiten muss.
Bitte hilf mir und allen anderen Menschen,
egal in welchem Land und in egal welcher Lage,
diese schwierige Situation zu meistern.
Aber unterstütze vor allem die Menschen,
welche sich um andere kümmern.
Die teilweise ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um andere zu retten.
Lass uns alle als eine starke Gemeinschaft ohne große Verluste aus dieser Situation heraus gehen.
Amen

Bis vor ein paar Wochen war Corona für mich nur ein Bier und quasi bedeutungslos.

Heute ist Corona für mich vielleicht nicht lebensbedrohend, da ich nicht zur Risikogruppe gehöre, aber es ist nicht bedeutungslos, sondern beeinflusst mein Leben gerade ganz heftig. Und gerade das, was mir sonst in meinem Leben so gut tut und der Ausgleich zur Arbeit oder Stress ist, nämlich die sozialen Kontakte, muss ich in dieser Zeit einschränken. Dabei merke ich, wenn ich alleine bin, wie meine Gedanken um die Coronakrise und alles Fürchterliche kreisen und wo mir die Relativierung und der Zuspruch durch Freunde fehlt.

Wie blöd, dass sich an dieser Stelle wieder der alte Spruch bewahrheitet:

“Vieles lernt man erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.”

Dafür ist es umso wichtiger, genau das zu schätzen, was man hat.

Wie gut, dass wir Kontakte aufrecht erhalten können, weil es das Internet, Telefone, Handy und all die digitalen Möglichkeiten gibt.

Also einfach mal Danke sagen:

Schon in der Bibel war es so, dass die Menschen nicht immer beisammen sein konnten. So schrieb Paulus Briefe an die Korinther, die Römer, Galater, usw. insgesamt 13 Briefe und blieb mit ihnen im Kontakt (1. Kor, Röm, Gal).

 

Liebender Gott,
in erster Linie schenke uns die Kraft
diese Krise gemeinsam, räumlich getrennt voneinander,
zu überstehen.
Schenke uns den Blick für den anderen,
die Einsicht für andere auch mal auf etwas zu verzichten.
Lass uns in den momentanen Möglichkeiten für den anderen da sein
und selbst Hilfe annehmen,
wenn wir sie brauchen.
Amen.

 

 

 

 

Als ich letztens mit meiner Schwester essen war, ging sie irgendwann auf die Toilette.
Ich nahm mein Handy raus um die Zeit zu überbrücken. Allerdings war das Gespräch am Nachbartisch so viel interessanter und laut genug, dass ich nicht wirklich lauschen musste.

Dort saßen zwei junge Frauen und unterhielten sich über ihr Leben, wie viel sie zu tun hätten, was alles erledigt werden müsste und wie froh sie doch über die 90 Minuten Qualitätszeit sein könnten, die sie gerade hier zusammen verbracht hätten. Freudestrahlend nickten sie sich zu und versicherten sich, dass solche Qualitätszeiten sooo wichtig wären zwischen Studium, Nebenjob, Familie und Freund.

Und bevor meine Schwester zurückkam, schienen die 90 Minuten Qualitätszeit der beiden Frauen um zu sein, denn sie zahlten und verabschiedeten sich voneinander.

„Mmmh“, dachte ich, als meine Schwester mir gegenüber wieder Platz nahm und fragte sie: „Verbringen wir hier eigentlich gerade Qualitätszeit?“
„Hä, wieso?“ ,war ihre Reaktion, „wir wollten doch nur zusammen was Leckeres essen!“

Dann philosophierten wir, was denn wohl Qualitätszeit eigentlich ist. Die Sekunden ticken in ihr genauso wie in jeder anderen Zeit. Was ist mit den anderen Zeiten neben der Qualitätszeit? Ist das Zeit von der Resterampe und daher weniger wert? Kann man gemeinsame Zeit wirklich optimieren und damit qualitativ wertvoller machen?

Uns fiel auf, dass etliche vielbeschäftigte Eltern heute Qualitätszeit mit ihren Kindern verbringen. Unsere Mutter war nicht berufstätig und hatte viel Zeit für uns – mit echt viel Qualität!

Wir waren uns einig, dass es gut ist, wenn man möglichst viel gute Zeit in seinem Leben verbringt und es da nicht um Optimierung geht, sondern darum es sich möglichst oft gut gehen zu lassen und die Zeit zu genießen.

Noch nachdenklich wurde ich, als ich mich an die Bibelworte erinnerte, dass alles seine Stunde hat. Für alles – egal, wie gut oder schlecht – gibt es eine bestimmte Zeit (Koh 3, 1ff). Und bedeutet dies nicht, dass jede Zeit von Gott gewollt ist und damit auch ein berechtigter Teil unseres Lebens? Vielleicht ist Kummer letztendlich ja sogar genauso bedeutsam wie Glück?

Bei mir warten mindestens zwei Strickjacken darauf, beendet zu werden; wie viele Serien ich mal begonnen habe, die ich nicht bis zum Ende verfolgt habe, weiß ich gar nicht und auf meinem Nachttisch liegen bestimmt fünf angefangene Bücher, die ich eigentlich gerne noch zu Ende lesen würde. Etwas zu beginnen und dann mittendrin durch Ablenkung, Stress oder Müdigkeit nicht weiterzumachen, kann ich sehr gut. Leider.

Glücklicherweise scheine ich damit nicht allein zu sein. Vor fast genau einem Monat wurde mir ein spannender Vorschlag gemacht, den ich, die eigentlich gerne liest und früher Bücher nicht aus der Hand legen konnte, nicht ablehnen konnte. Gemeinsam Bücher lesen, mit dem Ziel sie auch wirklich zu Ende zu lesen, um über sie zu reden. Viele Menschen machen so etwas sicherlich schon sehr lange. Auch bei Instagram und so weiter gibt es genug Runden, denen ich mich anschließen könnte. Es hat aber den konkreten Vorschlag von Freunden für mich gebraucht, um auch tatsächlich aktiv zu werden. Das Wissen, gemeinsam etwas durchzuziehen, gemeinsam etwas zu beenden und darauf zu warten, dass man endlich darüber reden kann, motiviert mich ungemein.

Unser erstes Buch hat mich allerdings auch vor eine Herausforderung gestellt. Ich hätte es mir selbst wahrscheinlich nie ausgesucht. Aber ich habe es trotzdem durchgezogen und war am Ende sogar sehr überrascht, wie gut es mir doch gefallen hat. Ich bin gespannt, was als nächstes auf dem Plan steht.

Es erinnert mich ein wenig an die Fastenzeit, die ja jetzt gerade angebrochen ist. Auch wenn jeder für sich fastet oder auch nicht fastet, ist es doch eine Zeit, die wir alle gemeinsam begehen. An den unterschiedlichsten Stellen begegnet mir das Fasten und es verbindet mich mit meinem Gegenüber. Heraus aus der eigenen Comfort Zone, etwas Neues ausprobieren, auf etwas verzichten, sich zurückziehen … ganz egal, was wir uns vornehmen, wir alle haben eins gemeinsam – Wir wollen durchhalten!

Durchhalten, wie auch Jesus die 40 Tage in der Wüste überstanden hat (Lk 4,1-2), wie Elias bei seiner Wanderung durch die Wüste (1.Kön 19,8) und auch Mose auf dem Berg Sinai (2.Mose 34,28). Sie haben diese Prüfungen, begleitet von Gott, durchgestanden.

Gott,
mit etwas neuem zu beginnen, erscheint immer aufregend und motivierend,
enthusiastisch gehe ich an die neue Aufgabe, die neue Idee oder das neue Projekt heran.
So manches Mal ist mein Enthusiasmus aber größer als mein Durchhaltevermögen.
Wage dich gemeinsam mit mir an Neues heran
und schenke mit Mitstreiter für meine Aufgaben,
denn in Gemeinschaft fällt es mir so viel leichter, mein Ziel zu erreichen.
Amen

Eigentlich halte ich mich für eine normal intelligente Person. Und auch wenn ich sicherlich nicht alle Tricks und Gimmicks im Social Media Bereich verstehe, nutze ich Social Media regelmäßig.

Ich sehe

  • den jungen Mann bei Instagram, der mit seiner hübschen Frau gefühlt jedes Wochenende an einem tollen Ort ist und Zuhause die tollsten Kuchenkreationen mit dekoriertem Kaffee fotografiert.
  • die junge Mutter, die berufstätig ist, nachhaltig lebt und es schafft, drei mal täglich nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten, neben allem anderen Engagement.
  • die coole Studentin, die farbenfrohe Fotos aus 2 südamerikanischen Ländern schickt und kurz darauf auch noch tolle Fotos von einer Südseeinsel.

Und ich sitze Zuhause ungewaschen auf meinem Sofa, in der usseligen Jogginghose. Nachdem die Verabredung für heute Abend abgesagt hat, werde ich mir wohl vor dem TV eine Tiefkühlpizza reinziehen und das „normale“ TV-Programm verhöhnt mich, denn sie zeigen heute nur Müll – ist ja außer mir auch keiner Zuhause, die sind ja alle cool unterwegs – sagt mein Instagram.

Da piept mein Handy. Eine Freundin schickt mir einen Link:
www.pinkcompass.de/dunkle-Seiten-vanlife/

In dem Artikel steht in etwa, dass alle nur die wenigen, kurzen und tollen Momente posten, aber nicht die vielen miesen Momente. Also die Sonnenuntergänge am Meer und nicht das Nieselwetter auf einem miesen Campingplatz, mit vielen Metern zum Klohäuschen ohne Warmwasser.

In der Bibel finden Perpektivwechsel oft nach dem Erscheinen eines Engels statt.

So wollte Josef sich eigentlich heimlich still und leise von Maria trennen, weil er nicht verstehen konnte, dass Maria jetzt schwanger war. Nach dem Erscheinen eines Engels im Traum, der ihm sagte, dass Maria durch den Heiligen Geist geschwängert wurde und mit Gottes Sohn schwanger ist, entschied er sich bei Maria zu bleiben. (Mat 1, 18-25)

Tja, da bin ich wohl auch drauf reingefallen. Mein Engel war wohl die Freundin mit ihrer Nachricht.
Denn plötzlich breitet sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus. Pfeifend gehe ich ins Bad und genieße eine heiße Dusche unter fließend warmen Wasser. Ich ziehe meinen Lieblings-Pyjama an, öffne mir zur Tiefkühlpizza meinen Lieblingswein, genieße meinen bequemen Sessel mit einem Buch, was meine beste Freundin mir geschenkt hat.
Und von alledem mache ich KEIN Foto, es wird NICHTS gepostet.

Ich freue mich riesig, dass ich die Blase verlassen und mir selbst einen tollen Abend nur für mich geschaffen habe.

 

Letztens saß ich mit einem Freund in der Kneipe und er erzählte mir, wie er es sich 2020 schön machen wird.
Da fielen dann Urlaubsziele: Bangkok, Madrid, Barcelona, Amsterdam, Mallorca und Berlin.

Und bei mir?

Ich frage mich gerade nicht, wohin ich reisen soll oder ob ich das Geld habe, sondern mit wem?

Vor wenigen Wochen hat sich mal wieder eine Reisegruppe erledigt, weil die eine schwanger ist und andere Dinge anstehen, weil der andere eine neue Freundin hat, die kein anderer von uns mag und weil unser Traumpaar mal lieber alleine einen Pärchenurlaub machen möchte.
Mir ist schon klar, dass sich das Leben verändert und eigentlich finde ich es auch gut so. Aber an genau in dieser Situation des Lebens macht mir die Veränderung echt Schwierigkeiten. Klar, es gibt für jedes Problem eine Lösung. Doch manchmal sind die unterschiedlichen Lebenswege, die wir so einschlagen schon eine Herausforderung. Vor allem dann, wenn man sich so fühlt als wenn man übrig geblieben wäre, weil alle anderen  – gefühlt – schon eine Schritt weiter sind.

 

Jakob will Jahre nach dem er sich nach einem Streit von seinem Bruder getrennt hat wieder zu ihm zurück. Auf dem Weg erfährt er, dass sein Bruder ihm mit 400 Männern entgegenkommt. Jakob bekommt Angst. Er betet zu Gott und bittet um dessen Unterstützung. So ganz vertraut er aber nicht auf Gottes Beistand. So teilt er seine Tiere und Knechte auf, damit die Chance besteht eine Hälfte des Besitzes zu retten.
Nachdem er seinem Bruder vier Vorgruppen entgegen geschickt hat, um ihn milde zu stimmen, bringt er seine Familie in Sicherheit und zieht sich dann alleine zurück. In der Nacht wird er angegriffen. Keiner der beiden konnte gewinnen. Jakob erkannte, dass er mit Gott gerungen hat und dass Gott ihm ein Zeichen geben wollte. Mit Gott an seiner Seite kann er stark und mutig sein und ist gewappnet für alle Situationen, die auf ihn zukommen.

 

 

Herr, schenke mir den Charakter,
den Mut und die Stärke
aus dieser für mich schwierigen Situation
etwas Gutes zu machen –
nicht nur für mich,
sondern auch für die Menschen,
die mit mir auf dem Weg sind.
Schenke mir die Zuversicht,
das Gottvertrauen,
dass sich alles schon finden wird.
Amen.

 

Suchst du auch schon mal Worte ohne wirklich sprachlos zu sein?
Bei cross#roads sind wir ganz oft auf der Suche nach guten Titeln oder Worten.
Und manchmal entstehen dadurch Lieblingsworte.

Als Kind habe ich diesen Film gesehen und das Wort richtig auswendig gelernt:

Als Jugendliche habe ich noch mal ein Wort auswendig gelernt, um einen Song richtig singen zu können:

Lysergsäurediäthylamid – welches im Song Cocaine vorkam.
Heute mag ich eher Ruhrpott-Wörter: Tralafitti, Pittchen, Knifte, …
Und mit jedem Wort verbindet sich sofort eine Geschichte.

Hast du Lieblingswörter? Und hängen an ihnen auch Geschichten?

Auch dienstlich hatten wir hier mal einen echten Glücksgriff. Für eine Veranstaltung suchten wir Begriffe, die etwas über Talente aussagten und kamen auf den Begriff Hoffnungsflüsterer und Sternenpflückerin. Die Worte gibt es nicht. Aber wir waren uns alle einig, dass wir wissen, was die Worte meinen und dass es gute Worte sind.
Heute wünschen wir uns mehr von so schönen erfundenen Worten, die eine Aussage haben. Hast du eins? Magst du uns das schenken? 😉

Worte sind wichtig. Obwohl es nur aneinandergereihte Buchstaben sind, können sie verletzen, heilen, aufrichten, zu Tränen rühren, trösten und vieles mehr.
Wie wichtig das Wort ist, wird durch die ersten Worte im Johannesevangelium klar:
„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ (Joh, 1,1)

Und so begleite uns heute das Wort,
das gesagte, das gedachte oder auch das gemeinte.
Herr, segne uns und unsere Sprache.
Lass uns dein Wort in unsere Mitte stellen
und uns stets versuchen dich,
wie auch unsere Mitmenschen zu verstehen.
Amen.

52 Wochen – 52 Neuanfänge

Womit füllst du sie aus?

Ich habe zu Weihnachten einen ganzen Stapel Umschläge bekommen – 52, um genau zu sein.
Impulszitate und 5 Wörter – jeder Umschlag für sich ist eine kleine Überraschung. Mal verrät der Umschlag schon ganz viel, mal muss ich wohl abwarten, bis er dran ist. Ich werde sie immer am Sonntagabend öffnen. Für jede Woche im neuen Jahr ein kleiner Neuanfang mit kleinen Impulsen, Ideengebern und Antriebsfedern, um jede Woche mit neuen Gedanken oder anderen Gesprächsthemen zu füllen. Ich bin gespannt was mich erwartet.

Genauso gespannt bin ich auch auf das neue Jahr, das neue Jahrzehnt, das gerade angebrochen ist. Zwei Tage sind die neuen 20er alt und haben bereits Last aus der Vergangenheit zu tragen. Konflikte, die noch andauern, Flüchtlinge, die immer noch nicht angenommen werden, Umweltkatastrophen, die Menschen ihr Zuhause nehmen. All das können wir nicht im letzten Jahr zurücklassen. Wir müssen uns weiterhin darum kümmern. Schade, dass wir keinen Reset machen können, um in diesen Krisen alles nochmal zurückdrehen und sie mit unserem Zukunftswissen verhindern können.

Das geht im Großen möglicherweise nicht. Aber vielleicht ja im Kleinen für jeden individuell.
Jeder und jede von uns trägt den einen oder anderen kleinen Konflikt mit sich herum. Wenn wir genau dort anfangen und das neue Jahr damit beginnen, mindestens einen dieser kleinen Konflikte zu lösen, kann dies sicherlich ein wunderbarer Antrieb sein, um voller Tatendrang in das neue Jahrzehnt zu starten.

Ich fange gleich damit an!

Es heißt nämlich: Wer das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen vor falscher Rede. Er meide das Böse und tue das Gute; er suche Frieden und jage ihm nach. (1. Petrus 3, 10-11)

 

Herr,
danke dir, dass du mich im letzten Jahr begleitet hast.
Sei du auch im beginnenden neuen Jahrzehnt bei mir und gib mir die Motivation und die Kraft,
Chancen zu ergreifen, mögliche neue Wege einzuschlagen.

Lass mich aber auch im Neubeginn daran festhalten,
was mir Freude bereitet hat und wer an meiner Seite war.
Amen

 

Lasst uns das Jahr mit einem Neuanfang starten.

 

“Reden ist Silber, Schweigen ist Gold” – heißt es in einem Sprichwort.

Ich finde, das ist Quatsch.
Klar, es ist cool, wenn man Menschen hat, mit denen man auch gut schweigen kann und es nicht peinlich wird, wenn man schweigt.

Andererseits kann Schweigen aber auch der Abbruch von Beziehung sein.
Mir ging es letztens mit einem Freund so. Eigentlich treffen wir uns regelmäßig und quatschen stundenlang oder schweigen auch mal miteinander. Und plötzlich hörte das auf.
Auf Anfragen aller Art, sowohl per Textnachricht, wie per Telefon kam keine Rückmeldung. Und irgendwann hat man ja auch seinen Stolz und mag nicht mehr fragen.

Meine Gedanken fuhren Karussell. Hatte ich was falsch gemacht? War etwas passiert?
Eine kleine Info darüber, was gerade los gewesen war, hätte mich möglicherweise weiterhin ruhig schlafen lassen.
Für mich zählt nämlich eher ein anderes Sprichwort: „Nur redenden Menschen kann geholfen werden.“

Zachäus, der Mann von Elisabet, wurde sogar mit Nicht-mehr-reden-können von Gott bestraft, weil er dem Engel, der die Schwangerschaft seiner schon etwas älteren Frau ankündigte, nicht glauben wollte. Erst wenn sich die Vorhersage des Engels erfüllte, sollte er wieder reden können.
(Luk 1, 1-20)

Herr,
manchmal ist mir in meinem Leben nicht nach reden.
Hilf mir,
dass ich andere Menschen nicht mit meinem Schweigen verletze
oder ich gar eine Beziehung mit Schweigen belaste
oder gar beende.
Schenke mir das Vertrauen,
dass reden auch helfen kann,
und lass mich dann die richtigen Worte finden.
Amen.