Männer mit Hüten – hast du dir so Engel vorgestellt? Ich nicht. In „Der Plan“ sind es diese Männer mit Hüten, die so manches Mal den Plan wieder zurechtrücken. Einen Plan, der von jemand höherem geschrieben wird. Vielleicht Gott? Hat Gott für uns alle einen Plan, einen Weg, der für uns vorbestimmt ist?

Einerseits ist es eine sehr angenehme Vorstellung. Als Kind, habe ich ganz fest daran geglaubt, dass schon alles so werden wird, wie Gott es für mich vorgesehen hat. Ich fühlte mich dadurch sehr sicher. Was sollte schon geschehen? Gott würde ja nichts Schlechtes für mich wollen. Gott würde für niemanden etwas Schlechtes wollen.

Was würde das allerdings mit unseren eigenen Plänen machen? Den Weg zu meinem Plan A habe ich schon in der Schule eingeschlagen. Die LK-Wahl, Bachelor und Master, alles war darauf ausgerichtet den Menschen irgendwann dabei helfen zu können gesund zu bleiben oder wieder zu werden. Aber ich habe auch meinen Plan B, ein kleines gemütliches Café mit ganz vielen Büchern zum Schmökern. Sicherlich existiert auch mein Plan C und D, wenn ich genau darüber nachdenke. Was aber, wenn das alles gar nicht meine Pläne sind, sondern jemand vorausgesehen und geplant hat, ob mein Leben weiterhin Plan A folgt oder irgendwann Plan B, C oder D übernehmen? Habe ich durch meine Entscheidungen einen Einfluss und kann, wie im Film vom Plan abweichen?

Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir in das Leben finden, das auf uns wartet.

Oscar Wilde

 

Hätte Jesus vom Plan abweichen können? Zu wissen was kommt, mag ihm etwas Sicherheit gegeben haben, etwas Vorbereitungszeit. Er war sicherlich zwiegespalten, was das betrifft. Es hat ihn auch mit Furcht erfüllt. Dennoch ist er dem Plan seines Vaters gefolgt. (Mat 16, 21; Mat 26, 36-46)

Völlig unabhängig ob es nun jemanden gibt, der für uns einen Plan vorgesehen hat oder nicht, gab es in meinem Leben schon Situationen, in denen ich mir sicher war, dass das jetzt nicht so geplant war – dass das Leben einfach in meine Pläne reingepfuscht hat. Vielleicht wurde genau in diesen Momenten ja auch der Plan wieder zurechtgerückt und das Leben wartet auf uns. In diesem Sinne „Planst du noch oder lebst du schon?“

 

 

Gott,
ob du für mich einen Plan vorgesehen hast oder meine Entscheidungen von mir ganz allein getroffen werden, begleite mich auf meinem Weg und halte die Hand über mich.
Gib mir die Kraft den Lauf des Lebens zu akzeptieren, was immer er für mich bereithalten mag.
Amen

Unser Gewissen: Segen oder Fluch?

 

Du kennst das wahrscheinlich auch: diese innere Stimme, die dich fragt, ob du wirklich die richtige Entscheidung getroffen hast oder ob du nicht in einer Situation anders hättest reagieren sollen.

Vor kurzer Zeit ging es bei mir darum, einen Urlaub mit mehreren Personen zu organisieren. Mein ursprünglicher Plan war wirklich, zusammen mit den anderen Leuten an einem Ort eine Unterkunft zu buchen. Aus verschiedenen Gründen wollte ich dies dann allerdings doch nicht mehr, als ich gefragt wurde, ob ich jetzt wirklich dabei bin. Bei dieser Frage habe ich die Chance ergriffen, nochmal zurückzurudern. Mich plagte danach allerdings ein schlechtes Gewissen.

Bei einer Recherche zu Hintergründen zum Gewissen, bin ich auf ein kindgerechtes Video zum Thema Gewissen gestoßen: https://www.youtube.com/watch?v=AwTesGoQLmI. Daraus können aus meiner Sicht auch Ältere etwas lernen: das Gewissen hilft uns dabei, zu erkennen, was unsere Überzeugungen sind.

So hatte ich in meiner Situation ein schlechtes Gewissen, da ich eigentlich eine Person bin, die zu ihren Zusagen steht. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass die anderen mir gar nicht so böse waren, wie ich gedacht habe: es war einfacher mit weniger Personen eine Unterkunft zu finden. So war mein schlechtes Gewissen quasi „umsonst“; hat mir aber gezeigt, was eine meiner Werte ist.

Bereits zu früheren Zeiten kannten die Menschen ein schlechtes Gewissen. David und Saul waren zu jener Zeit Feinde. David hatte sich in einer Höhle versteckt. Als Saul dieser Höhle nahekam, schnitt David ihm heimlich einen Teil seines Mantels ab. So ganz zufrieden war David mit dieser Entscheidung jedoch nicht, da ihn ein schlechtes Gewissen plagte (1. Sam 24, 3-6).

Das Gewissen meldet sich ja nicht immer im Nachhinein. Vielleicht hast du auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass es bei Entscheidungen hilfreich sein kann. So kann man sich für die Option entscheiden, bei der sich das schlechte Gewissen nicht meldet. Wie viel „Macht“ du deinem Gewissen zusprichst, entscheidest aber du allein!

Guter Gott,

danke, dass du mir zur Seite stehst,

wenn ich eine Gewissensentscheidung treffen muss.

Ich möchte dafür beten,

dass du mir auch in Zukunft bei diesen Entscheidungen zur Seite stehst.

Amen.

 

 

Lieb‘ doch wen du willst!

Dieser #betblog steht ganz im Zeichen der Liebe, Akzeptanz und Stolz.

Der Juni wird bunt und das liegt nicht nur an den leuchtenden Blumen und der hellen Sonne. Bald sieht man wieder in vielen Städten Regenbogenflaggen – der CSD kommt.

Für viele ist die Abkürzung CSD besser bekannt als Christopher Street Day – oder Pride Parade, der an verschiedenen Tagen in Städten auf der ganzen Welt gefeiert wird. Demnach ist es der Monat, in dem Leute in ihrer Liebe zu sich und anderen stehen, sich keiner wegen seiner Sexualität verstecken muss und man zelebrieren kann, dass man eben lieben kann wen man will – völlig geschlechtsunabhängig.

Denn wenn man es ganz genau betrachtet, geht es im Endeffekt um die Liebe. Und dabei ist es völlig egal welcher Sexualität man angehört – ob hetero- , homo-, bi- oder asexuell.

Und das hat auch der Sänger in diesem Lied begriffen.

 

Der Sänger bezieht sich in dem Lied auf eine spezielle Liebe; die Liebe zu dem gleichen Geschlecht und zu dem anderen Geschlecht. Er sagt, dass man sich nicht aussuchen kann, wen man liebt („Love is not a choice“)  und dass es wichtig ist, es nicht zu verstecken. Außerdem ist es wichtig sich selbst zu lieben, auch wenn es manchmal schwer fällt, denn wenn man mit sich im Reinen ist, ist es viel leichter auch mit anderem in Reinen zu sein.

„Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.“ Genau das steht im  Alten Testament, Leviticus 19,18 und ist sogar eins von nur 10 Geboten.

Denn im Endeffekt ist es egal, ob man hetero- oder homosexuell ist oder als Transgender oder Non-Binary lebt. Zu lieben und andere lieben zu lassen wen sie wollen, das tut keinem weh.

 

Herr, hilf uns,
dass wir erkennen,
wen wir lieben und auch zu unserer Liebe zu stehen.
Lass es möglich werden,
dass wir uns über die Liebe, egal welcher Art,
für andere Menschen freuen,
die Paare in ihrer Liebe unterstützen und anerkennen.
Amen.

In vier Wochen treffe ich mich mit einer alten Freundin, in sechs Wochen bin ich zu einem runden Geburtstag eingeladen, bald steht eine große Hochzeit an, die erste in diesem Jahr ist schon vorbei und dazwischen liegen immer diese kleinen Termine. Termine, die auch bereits Wochen im Voraus geplant werden, weil sonst wieder Pläne dazwischen kommen – bei mir und Freunden. Heute, morgen, übermorgen irgendetwas steht immer schon im Kalender.

Ein spontanes Treffen einplanen? Das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, auch für viele um mich herum. Einfach mal gemütlich das Wochenende verbringen und sich am Tag entscheiden, was man eigentlich so machen möchte. Fehlanzeige! Der Kalender gibt Planungssicherheit, macht Zeit jedoch zu einem kostbaren Gut.

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“ (Prediger 3, 1)

 

Ein bisschen ungeplante Zeit zum…

 

…Eis essen gehen
…Sonne im Park genießen
…ans Wasser fahren
…Abend im Kino verbringen
…Picknick machen
…Freunde besuchen

…wieder mal Kind sein
…Besuch bekommen
…Ausflüge machen
…Erinnerungen sammeln

…Waldspaziergang machen
…das wünsche ich mir.

 

Zeit für unverplante Zeit in den Kalender eintragen. Zeit für die Geschehen unter dem Himmel freimachen, die nur spontan geschehen können. Ein bisschen dieses wertvollen Guts aufsparen

…das sollte ich mir erlauben.

 

Erinnere mich immer wieder daran, wie kostbar Zeit doch ist, wie wichtig es ist sie mit glücklichen Erinnerungen zu füllen, Zeiten der Traurigkeit und der Unausgeglichenheit gut zu überwinden und sich einzulassen auf Ungeplantes.

“Meine Zeit steht in deinen Händen” (Psalter 31, 16)

Oh Mann oh Mann, da läuft schon wieder dieser ätzende Song – unerträglich.

Kennst du das auch?
Da gibt es diesen Song, der zu oft im Radio läuft, die Sängerin mit der fürchterlichen Stimme, der Song mit dem blöden Text oder der Song, den du einfach zu oft gesungen hast.
Und trotzdem fällt mir bei der geilen Aktion vom Bund der katholischen Jugend (BDKJ), der 72 Stunden Aktion genauso ein Song ein:
„Flinke Hände, flinke Füße, wache Augen, weites Herz, Freundschaft, die zusammen hält, so verändern wir die Welt.“

Vielleicht sagt da jemand, alter Song, wiederholte Aktion, typisch katholisch… – aber ist es nicht irre, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit flinken Händen und Füßen aktiv werden, ihr Herz weiten und Projekte für andere verwirklichen, um die Welt ein wenig besser zu machen?
Und da gibt es dann noch Eltern, Verwandte, die Gemeinde oder den Stadtteil, die als Unterstützer aktiv werden. Vielleicht bist du ja auch ein Teil davon und wenn nicht, vielleicht kannst du es ja bis Sonntag noch werden. In Essen, im Bistum und in ganz Deutschland wird geackert. Meistens laufen die Aktiven in grünen T-Shirts rum. Frag einfach, ob du helfen kannst oder mache ein Foto mit Daumen hoch und poste es mit #72stunden.

Klar, ist dies eine ganz typisch katholische Aktion, denn Jesus sagt schon in der Bibel: Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, dass habt ihr mir getan.“ , – also echte Nächstenliebe.
Aber nach neuesten Studien ist es auch so, dass Menschen, die sich für andere engagieren länger leben.

 

Herr, schenke allen,
die Nächstenliebe leben,
Kraft und Energie,
damit sie sich weiter für andere engagieren.
Hilf den Menschen,
die Unterstützung benötigen,
dass sie hilfreiche Hände finden.
Schenke uns allen die Einsicht,
dass es sich immer lohnt
auch kleine Schritte für eine bessere Welt zu tun.
Amen.

Magst du es genauso gerne, wie ich, zu verreisen und neue Orte zu entdecken?

Für mich hat Reisen etwas Magisches. Neue Orte, ob Stadt oder Natur, zu erkunden, finde ich immer wieder aufs Neue sehr aufregend. Wann immer ich also die Zeit habe, fahre ich am liebsten irgendwo hin, um etwas Neues zu erleben und aus dem Alltag rauszukommen.

Kennst du jedoch auch das Gefühl, dass das Reisen manchmal zu anstrengend wird, wenn man zu viele neue Orte auf einmal entdecken möchte? Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, dass ich alle neuen Eindrücke gar nicht auf einmal aufnehmen kann. Auch wenn ich gerne super viele Orte auf einmal entdecken würde, sollte ich mich manchmal mehr zurücknehmen, sodass ich mehr davon habe.

Es gibt auch einfach so viele Songs, die Lust aufs Reisen machen und diese Sehnsucht bestärken, wie dieser Klassiker:

Die Bibel wirkt an manchen Stellen auch als eine Art Reiseführer mit den detaillierten Beschreibungen verschiedener Orte. Eigentlich ist es sehr erstaunlich, dass schon die Leute der damaligen Zeit, das Reisen kannten, auch wenn es viel beschwerlicher war als heutzutage. Langsameres Reisen kann eine Reiseerfahrung jedoch vollständig verändern. Probiere es bei deiner nächsten Reise vielleicht mal aus und packe deine Tage nicht schon im Vorhinein so voll, sondern lasse dich treiben und genieße die Momente.

Guter Gott,

danke, dass ich die Möglichkeit habe, zu verreisen und neue Orte zu entdecken.

Danke, dass du dabei immer an meiner Seite bist.

Lasse mich bei meiner nächsten Reise, die Momente einfach genießen.

Amen.

In der letzten Woche haben wir alle Ostern gefeiert. An Karfreitag wird zur Erinnerung an den Tod Jesus gedacht und die Wiederauferstehung feiern wir an Ostern.. Aber man kann diese Zeit auch als etwas anderes sehen, einen Aufbruch ins Unbekannte und den Start eines Neubeginns.

Ich habe mich in dieser Woche gefragt, warum feiern wir eigentlich Ostern? Woher kommen unsere Bräuche? Warum werden die Eier vom Osterhasen gebracht und was hat das alles mit Jesus zu tun?

Und was hat das mit Aufbruch und Neubeginn zu tun?

Das Osterfest wurde mit dem Fest Ostera verbunden was die “Heiden” gefeiert haben, dem Frühlingsbeginn. Damit der Übergang zum Glauben einfacher war und die Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu mit dem Frühlingsfest nah beieinander lagen, hat die Kirche einige Traditionen beibehalten. Der Hase war das Symbol der Fruchtbarkeit und das Ei das Symbol des Lebens. Und warum wir Eier verstecken, könnte daran liegen das es eine Zeit lang verboten war, Eier zu verschenken und da haben sich die Menschen das verstecken der Eier einfallen lassen. Die dann auf den Grundstücken und Feldern von Freunden gesucht wurden.

In der Fastenzeit hat man auf Eier verzichtet und damit man die „alten“ Eier von den frischen unterscheiden konnte, hat man sie gefärbt.

Traditionen sind gut und schön. Aber der Sinn dahinter ist eben auch wichtig. Denn Ostern steht dafür, dass egal, was passiert und wie schlimm es auch sein mag (Kreuzigung), wir danach neu beginnen können. Diese Hoffnung schenkte uns Gott, indem er seinen Sohn auferstehen ließ.

So,erschraken die Jünger und schlugen ihre Angesichter nieder zur Erde, da sie nicht verstanden, was da geschah. Da sprachen die Engel zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!

(Lukas 24,5-6)

Lieber Gott, gib uns den Mut das Schwierige und Schlimme hinter mir zu lassen und schenke uns die Hoffnung neu beginnen zu können und uns zu erneuern, wie es der Frühling mit dem erblühen

„Höre auf dein Bauchgefühl.“ – „Vertraue dir.“ – „Zweifel nicht an dir selbst.“
Floskeln? Oder steckt doch etwas mehr/etwas Wahres hinter diesen Sätzen?

In meinen Augen sind diese Sätze sehr bedeutsam. Es ist unglaublich wichtig sich selbst zu vertrauen, denn das ist auch der erste Schritt dahin anderen zu vertrauen.
Manchmal fällt es vielleicht schwer zu vertrauen. Das kennt glaube ich jeder. Aber tut es nicht auch gut, wenn man vertraut, wenn man weiß, dass man sich fallen lassen kann und andere da sind, aber auch immer man selbst?

 

Der Künstler im folgenden Lied hat auch damit zu kämpfen anderen zu vertrauen.

Er erzählt davon, dass er einer anderen Person seine Probleme und Sorgen nicht anvertrauen wollte, in der Angst nur eine Belastung zu sein. Doch im Laufe des Liedes entwickelt er sich und fängt an zu vertrauen. („..doch jetzt wo du wach bist zeig ich mich ein kleines bisschen mehr.“)

 

Man kann von dieser Einstellung lernen.
Das Leben fällt einem manchmal viel leichter, wenn man gelernt hat zu vertrauen; auf sich – sein Gefühl – auf Andere. Und natürlich funktioniert  das nicht von heute auf Morgen. Vertrauen muss man aufbauen und das erfordert Zeit, doch wenn man nur geduldig ist, wird man auch belohnt dafür.

 

Dazu ist mir auch direkt eine Bibelstelle in den Sinn gekommen. Es handelt sich hierbei um die Bergpredigt ( Mat 11,28 ).

Jesus verkündete  seine Predigt auf einem Berg  und hatte seine Anhänger mitgenommen. Dort legte er die Tora (bisherige Glaubenssätze) neu aus und legte damit die Grundlagen für das  Christentum.  Er ermutigte sie sich  keine Sorgen über physische Bedürfnisse (Kleidung & Nahrung) zu machen. „Unser himmlischer Vater wird sich um unsere Anliegen kümmern“, verkündete er ihnen. Kurz gesagt sollten wir damit nicht voll Sorgen an morgen denken, sondern Gott vertrauen und das Heute genießen.

Gott, unser Vater,
du allein weißt, wie sehr jeder von uns mit sich selbst zu tun hat –
wie er allein dasteht mit seinen Wünschen und Sorgen –
mit seinen Fragen und mit seiner Hoffnung.
Du hast immer ein offenes Ohr für uns,
unsere Sorgen, Nöte und Träume.
Hilf uns dabei auch mehr füreinander da zu sein,
dem anderen zuzuhören
und meinen Nächsten nicht über meine eigenen Sorgen zu vergessen.
Amen.

Im vergangenen Jahr war es noch so klar – natürlich war ich zu Ostern in meiner Heimatgemeinde. Natürlich gab es die mir so gut bekannten Ritualen – die feierliche Messe, die Entzündung der Osterkerze, das Osterfeuer und die abschließende Agape im Gemeindesaal zusammen mit all den vertrauten Gesichtern. All das war für mich Heimat in dem so gewohnten Kirchengebäude. Meine Heimatgemeinde in der ich mich, trotz Umzugs in eine andere Stadt, immer noch zuhause fühlte. Die Gemeinschaft in der ich aufgewachsen bin, in der ich so viel erlebt hatte und irgendwie immer noch dazugehörte.

Der Ort an dem so viele Erinnerungen hängen, ist nun nicht mehr. Das Gebäude ist keine Kirche mehr und die Gemeinschaft in der ich zuhause war hat sich angepasst, sich verändert – so richtig passe ich da nicht mehr rein.

Je näher Ostern rückt, desto häufiger stellt sich mir die Frage – wo werde ich in Zukunft Ostern feiern? Werde ich Ostern in der Gemeinde an meinem neuen Wohnort feiern? Immer eines der jugendkirchlichen Angebote zu Ostern wahrnehmen? Oder von Jahr zu Jahr einen neuen Ort suchen? Was fast all diese pastoralen Angebote jedoch für mich gemeinsam haben – sie sind mir noch keine Heimat.

Auch für Jesus Jünger gab es eine Phase des Umbruchs, eine Phase in der sie sich neu orientieren musste. Nach seinem Tod waren auch die Jünger, die nach Emmaus liefen, auf der Suche, nachdem ein wichtiger Mensch für sie verloren war (Luk 24, 13 ff).

Herr, so manches Mal genügt mir nicht einfach zu wissen,
dass wir alle ein Teil deiner Gemeinschaft sind.
In diesen Momenten möchte ich sie fühlen – die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde.
Gib mir Kraft und Ausdauer auf der Suche nach dem Gefühl der Zugehörigkeit.
Lasse mich die Augen öffnen, um die Gemeinschaft zu sehen, die mich bereits umgibt und sie wertzuschätzen.
Amen.

Für viele ist der Frühling eine Phase des Neubeginns, die einen bereiten sich auf die Abschlussprüfungen vor, ob für das Abi, für den Ausbildungsabschluss oder lernen für Klausuren an der Uni. Die anderen warten auf die Zusage für Ausbildungsplätze, Schulplätze für eine Ausbildung oder dass sie an der Uni ihrer Wahl angenommen werden. Auch die Natur startet einen Neuanfang, die Bäume und Blumen sprießen und es wird wieder grün und bunt.

 

Wie ist es bei dir? Was treibt dich gerade an. Wartest du auf eine Zusage für einen Ausbildungsplatz oder Schulplatz? Bist du gerade in der Vorbereitung zu einer Prüfung?  Wie gleichst du den Stress bei den Prüfungen aus oder die Ungeduld bis du endlich weißt wo du angenommen wurdest? Oder gibt es etwas ganz anderes, was du dir für den Frühling vorgenommen hast?

Startest du mit einem Frühjahrsputz und mistest Überflüssiges aus oder zieht es dich nach draußen?

Im Frühling gibt es ja viele Möglichkeiten, was zu machen, wenn die Sonne scheint und es endlich wärmer wird. Fahrrad fahren, ein Eis essen gehen oder an den See gehen und einfach die Sonne genießen bei einem guten Buch oder sich mit Freunden zu treffen. Was sich auch anbietet ist,  mit seinem Freund oder seiner Freundin einen romantischen Spaziergang zu machen und den Sonnenuntergang zu beobachten.

Im Hoheslied wird das erblühen der Natur, aber auch der Liebe besungen. Das Leben sprießt und die Natur erblüht. Auch die Liebe erwacht zu neuem Leben. (Hdl 1, 1ff)

Lieber Gott

bitte gib mir die Kraft, die Zeit der Prüfung und Erwartung auf das Neue zu überstehen.

Schenk mir Vorfreude.

Und falls dies noch nicht so ist,

So gib mir, meiner Familie und meinen Freunden die Zuversicht, dass alles in den richtigen Bahnen läuft, und aus Neuem immer was Gutes entsteht, auch wenn man es gerade noch nicht sehen kann.

Amen.