In der Coronazeit werden immer wieder Menschen laut, die sagen, dass Kultur systemrelevant ist.

Auch ich merke, dass meine Seele Futter braucht, mein Geist Inspiriation und meine Füße Musik zum Tanzen.

Wie sehr freute ich mich, als mich in meinem Alltag neue Musik überraschte und irgendwie war es, wie einen alten, vergessenen Freund wieder zu treffen. Denn früher war ich auf Konzerten von dieser Frau. Freudig habe ich mir sofort das Album angehört (Technik sei Dank) und zwei Lieder haben mich sofort gefangen genommen, da sie das Thema aufgriffen, was wir einen Abend vorher in einem Arbeitskreis hatten.

Julia Neigel: Hoffnung

 

Ja, wir leben auch in der Coronazeit aus unserer Hoffnung. Und das ist auch gut so!
Aber niemand kann die ganze Zeit nur Hoffnung ausstrahlen. Denn es gibt einfach auch Dinge, die einen runterziehen. Das Leben ist nicht nur Instagram-schön.

Und dann kam ein weiterer Song auf dem Album – der leider noch nicht für alle sichtbar veröffentlicht ist, deshalb hier der Text:

 

Tief in meiner Seele

Draußen ist die Welt noch wie sie scheint,
draußen läuft fast noch alles normal.
Vielleicht ist das der Grund, dass keiner weiß,
in mir drin ist nicht alles makellos und glatt,
weil ich in mir noch so viel Leben hab,
die Luft ist ruhig und alles still.

Doch Tief in meiner Seele tobt ein Sturm
Und wenn er aufbricht, kann ihn keiner lenken
Tief in meiner Seele tobt ein Sturm
Er reißt mich einfach fort
Hinter meiner Stirn ist ein Orkan
In seinem Auge kann ich wieder denken
In diesem einen tristen Alltagswahn behalt ich ihn dort.

Alles um mich rum ist so perfekt.
Die Wirklichkeit schon lange nicht mehr echt,
als ob man keine Luft zum Atmen braucht.
Ich weiß genau du siehst es auch.
In mir ist auch für Fehler Platz.
Etwas, dass mir manchmal selbst nicht passt.
Doch ich weiß mehr.

Ref.:
Was macht dich aus?
Was schreit in dir?
Vielleicht ist gerad meine Schwäche die größte Stärke in mir.
Draußen ist alles still, die Luft ist ruhig.

 

Genau, denn manchmal tobt in mir ein Sturm und auch das ist total berechtigt. Es ist okay, dies zu sagen, darüber zu jammern oder sich bei irgendwem auszuweinen. Vielleicht ist die Luft nach dem Sturm wieder klar und man kann wieder ein Stück hoffnungsvoll seinen Weg gehen.

Josua, der Sohn von Moses Diener, wagt sich auf neues Terrain. Gott gibt ihm diese Zusage: „Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht und hab keine Angst, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du unterwegs bist. (Jos 1,9)“

Gott weiß, dass der Mensch ängstlich ist, doch er will uns Hoffnung schenken.

 

Liebender Gott,
auch ich brauche manchmal deinen Zuspruch,
durch dich selbst oder durch Menschen,
die du mir schickst.
Dann kann auch ich wieder hoffnungsvoller sein,
und anderen Menschen zuhören und Kraft geben.
Hilf mir dabei.
Amen.

Dieser #betblog wäre ohne die Inspiration der Kulturschaffenden so definitiv nicht entstanden. DANKE an alle, die uns mit ihren Gedanken, ihrer Kunst bereichern.

 

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.