In den letzten Wochen und Monaten habe ich – quasi im Geheimen – an einem Projekt gearbeitet. Ich wollte niemandem davon erzählen, weil ich befürchtet habe, dass mir sonst jemand reinredet oder mich demotiviert. Also habe ich alles für mich behalte.
Anfangs bin ich mit großer Motivation in die Arbeit gestartet – schließlich kam diese Idee ja auch von mir und ich habe das Ganze nur für mich gemacht. Aber je länger ich daran arbeitete und je kleinteiliger die Arbeit wurde, desto mehr Zweifel kamen in mir auf.
Würde mir das Ergebnis gefallen? War es all die Arbeit wert? Und vor allem: Würden mich das befürchtete negative Feedback, dass ich am Anfang vermeiden wollte, jetzt einholen? NACH der ganzen Arbeit.

Diese Fragen schwirrten die ganze Zeit in meinem Kopf herum. Und trotzdem arbeitete ich weiter – wenn auch mit schlechterem Gefühl…

Irgendwann war es soweit: Ich war fertig. Ich schaute mir mein Werk an und war so…halb zufrieden. Ich konnte die Stellen sehen, an denen es hätte besser sein können und zweifelte mittlerweile auch daran, ob die Idee überhaupt gut war. Während der Arbeit hatte ich sogar überlegt, danach ein neues Projekt zu starten – das lag jetzt erst mal auf Eis.

Also gut, jetzt wurde es Zeit für Feedback. Ich zeigte also meinen Freund*innen und meiner Familie mein Ergebnis – wenn auch immer bereit, es zu rechtfertigen. Das musste ich aber gar nicht. Die Rückmeldungen waren positiv! Ich wurde für die tolle Idee gelobt, wie professionell das Ergebnis aussah und wie stolz man auf mich war.

Plötzlich war all das negative Gefühl weg. Ich selbst fand mein Ergebnis immer besser, die ganze Anstrengung war verflogen. Ehrlich gesagt konnte ich selber nicht mehr verstehen, warum ich vorher niemandem etwas davon sagen wollte.

Seitdem begleitet mich ein warmes Gefühl. Und, was soll ich sagen: Ich arbeite doch an einem nächsten Projekt – und dieses Mal traue ich mich, davon zu erzählen…

In der Paulus-Geschichte taucht dieses Zitat auf, das Paulus davon überzeugt, weiter von Jesus zu erzählen: „Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun.“ (Apg 18, 9a-10).
Paulus weiß dadurch, dass das, was er tut, richtig ist und traut sich, dazu zu stehen.

 

Guter Gott,
wir danken dir für die Bestätigung
und die Ermutigung, die ich von dir bekomme.
Stärke unser Selbstbewusstsein,
unser Können nicht klein zu reden
und uns mutig an neue Aufgaben zu machen.
Amen.

 

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