Ein Leben besteht immer aus Entscheidungen.
Da gibt es die kleinen Entscheidungen:
Welche Pizza bestelle ich mir?  So was kann ich super!

Dann gibt es so mittlere Entscheidungen, das fiel mir gestern bei dieser Situation auf: Eine Teenagertochter versuchte ihren Vater davon zu überzeugen,  dass sie unbedingt ein neues Bett braucht. Der Vater guckte irritiert und sagte: „Das wäre dann dein 5. Bett, nach Kinderbett, Holzbett, Hochbett und dem weißen Bett.“

Zeiten ändern sich – mein Bett hat mich immer mehr als durchschnittlich 10 Jahre begleitet.

Und dann gibt es die großen Entscheidungen – Lebensentscheidungen!
Ein ehemaliger Freund von mir hatte schon mit 28 Jahren ein Haus gekauft, eine eigene Firma gegründet und seinen Studienabschluss in der Tasche – und das zu Zeiten, als es noch Zivildienst gab.

Bei den großen Lebensentscheidungen hadere ich. Es ist oft das Gefühl, als ob ich an einer Kreuzung stehe, mich entscheide, abzubiegen und hinter der anderen Kreuzung aber das Glück vermute. Oder vielleicht kennst du das ja auch von Raucherinnen und Rauchern, die oft an der Haltestelle sagen: „Wenn ich mir jetzt eine Zigarette anzünde, dann kommt der Bus bestimmt sofort!“

Das führt allerdings dazu, dass ich manche Entscheidung nicht treffe und echt lange warte.
Jetzt stehe ich mal wieder vor so einer Entscheidung. Manchmal jubel ich und denke: „Klar, das mache ich!“ und an anderen Tagen zucke ich zurück und will den Kopf am liebsten in den Sand stecken. Mit der Wahl entschiede ich mich für einen Ort, gegen andere Orte, für etwas für die nächsten Jahre und nicht für das Weiterziehen. Für mich und vielleicht gegen andere.

Oje!

Dann hilft manchmal die Frage: „Was ist denn das Schlimmste, was passieren könnte, wenn du dich dafür entscheidest?“ Und ehrlich – da ist nichts schlimmes – aber sag das mal meinem Gefühl.

Maria konnte sich sicherlich nicht entscheiden, dass sie Gottes Sohn gebären wird. Aber sie konnte die Prophezeiung des Engels ernst nehmen. Sie hat ihre Beziehung zu Josef aufs Spiel gesetzt, der sich dann glücklicherweise trotzdem für sie und das Kind entschieden hat. Marias Lebensentscheidungen war, dass sie ihr ganzes Leben für Jesus da sein würde, auch wenn er sie bei der Hochzeit zu Kanaa anraunzte oder ihre Mutterrolle klein redete, weil er lieber bei seinem echten Vater im Tempel sein wollte. Sie stand zu ihrer Entscheidung mit allen Höhen und Tiefen (Lukas, 1, 26-38 und mehr)

Liebender Gott,
lass mich Neues wagen,
auch wenn nicht alles sicher scheint,
schenke mir den Mut,
um neue Erfahrungen zu machen
und das Vertrauen in dich und die Welt.
Lass mich dabei nicht fahrlässig werden
und süchtig nach Neuem.
Schenke allen,
denen es ähnliche ergeht,
gute Wegbegleiter*Innen und
belohne sie für ihren Mut.
Amen.

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