Vor einiger Zeit saß ich in der Bahn, auf meinem Weg zur Uni. Wie jeden Morgen war sie bis zum Zerbersten gefüllt. Die gute Laune der Insassen hielt sich dementsprechend in Grenzen.

Mir gegenüber saß ein Mann, der einen Kinderwagen vor sich abgestellt hatte. Er lächelte, obwohl viele Menschen um ihn herum standen und ihm unmutige Blicke zuwarfen, weil sein Kinderwagen viel Platz einnahm. Der Mann aber hatte seinen Blick auf das Kind geheftet, das vor ihm im Kinderwagen saß. Es fuchtelte mit den Armen und gluckste fröhlich herum. Noch immer lächelte der Mann. Und selbst als die Trinkflasche aus der Hand des Kindes glitt und auf dem Boden landete, was andere Fahrgäste mit Grummeln kommentieren, lächelte er weiter. Er entschuldigte sich, drückte dem Kind die Flasche wieder in die Hand und lächelte es weiter an. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Es ist dieses selige Lächeln, hinter dem so viel Zufriedenheit steckt. Ein liebevolles Lächeln.

Es ist bewundernswert. Da saß dieser Mann in einer Menge von Menschen, die schlechte Laune ausstrahlen, mit einem sabbernden Kind vor sich und konnte sein Lächeln einfach nicht abschalten. Das muss wahre Vaterliebe sein.

Ich denke, es ist genau diese Art der Liebe, die gemeint ist, wenn in der Bibel gesagt wird “Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.” (1. Joh 3,1). Gott liebt uns wie dieser Mann sein Kind und findet Freude an uns, auch wenn andere die Augen verdienen. Wir können nicht aus seiner Liebe fallen.

 

Guter Gott, unser Vater,
wir heißen Kinder Gottes,
da du uns wie ein liebender Vater (oder eine liebende Mutter) liebst,
auch wenn wir falsche Entscheidungen treffen.
Hilf uns, diese Liebe auch anderen Menschen entgegen zu bringen.
Amen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.