Der November dümpelt gerade so vor sich hin ohne Plan und Kalender. Fast hätte ich dadurch vergessen diesen Blogeintrag zu schreiben.
Zwischen all den gleichen Abenden mit Stricken und Netflix, gibt es nur ab und zu mal spontane Lichtblicke.
Mal wird spontan ein digitaler Spieleabend mit Freunden oder Familie gestartet. Hier und da gibt es ein bisschen Sport, wenn die Beine vom ganzen Sitzen wieder nicht mehr stillhalten wollen. Und zwischendrin unterbricht ein digitales Vorbereitungstreffen den abendlichen Trott, der sich so eingestellt hat.
Seit Anfang November wurde das Leben ja wieder auf Hold gesetzt und alle warten und hoffen, dass bald wieder der Play-Button zurück in die Normalität gedrückt wird.

Irgendwie ist mir der Trott schon fast lieb geworden – man muss gefühlt nicht mehr so planen, an nicht mehr so vieles denken, was man sonst in seiner Freizeit erledigt und plant. Darüber vergesse ich aber hin und wieder doch mal in den Kalender zu schauen. Der ein oder andere Geburtstag ist mir dadurch leider schon durchgegangen, so sehr verlasse ich mich auf mein Gedächtnis den Kalender.

Ich frage mich, ob ich schon immer so vergesslich war oder ob mein Gehirn sich in den Ruhemodus versetzt und ich dadurch vergesse? Wahrscheinlich zweiteres, hoffe ich zumindest.

Vergessen an sich kann aber auch ganz heilsam sein. An wirklich schöne Ereignisse erinnere ich mich zumindest viel intensiver, als an negative. Und selbst negative Ereignisse erscheinen mir im Nachgang manchmal nicht mehr ganz so düster.

“Gedenke deines Erbarmens, HERR, und der Taten deiner Gnade; denn sie bestehen seit Ewigkeit! Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig!” (Psalm 25, 6-7)

An was werde ich mich aus diesem Jahr wohl erinnern, einem Jahr in dem so wenig und doch so viel passiert ist? An all den Frust den die immer wieder neuen Regeln gebracht haben? Oder an all die Online Escape Spiele, an all die Netflix-Together-Abende, die wir gemeinsam verbracht haben? Hab ich nicht gemerkt, wie nah man sich sein kann, obwohl man so weit weg ist?
Was davon wird uns wohl bleiben?

Gott,
was wird bleiben aus diesem Jahr des Verzichts und der Zurückhaltung?
Lass uns in Erinnerung behalten, was uns Freude bereitet hat, so wenig es auch gewesen sein mag.

Erhalte uns aber auch genau die Erinnerungen, die uns wissen lassen, wie wertvoll wir füreinander sind, wie schmerzlich wir einander vermissen und wie glücklich wir über das Wiedersehen sein werden.
Amen

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