#betblog – “Leiden und Trauern”

Letztes Jahr fiel die Karwoche schon in den ersten Lockdown und wir zogen Vergleiche, dass die Überwindung der Pandemie für uns wie Ostern sein würde. Aber wir gingen sicherlich nicht davon aus, dass wir ein Jahr später unser „Ostern“ immer noch nicht gehabt hätten.
Dabei fällt es uns ja schon schwer, nur den Karfreitag in seiner Dunkelheit und Stille zu ertragen. Wir schätzen uns glücklich, weil wir wissen, dass Ostern zwei Tage später schon gefeiert wird.

Als ich mich dieses Mal mit Karfreitag beschäftigte, fiel mir auf, wie viel Jesus am Karfreitag eigentlich erdulden musste. Es war nicht nur einfach das Sterben.
Die vielen Dinge, die er erleben und erdulden musste, zeigen sich in den 14. Stationen des Kreuzweges:

  1. Jesus wird zum Tode verurteilt
  2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
  3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
  4. Jesus begegnet seiner Mutter
  5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
  6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
  7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
  8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
  9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
  10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
  11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
  12. Jesus stirbt am Kreuz
  13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
  14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.
    (Joh 19,16ff)

Und niemand wusste damals, wie es weitergeht und sicherlich gab es viele Hoffnungslose.

Was war das Härteste und Schwerste in deinem Leben?
Hattest du Hoffnung?
Gab es Menschen, die dir Hoffnung gemacht haben, die dir geholfen haben?
Und wie lange hat es gebraucht, um da wieder raus zu kommen? Oder bist du da noch drin?

Der Karfreitag ist ein Tag des Leidens, des Jammerns und Trauerns. Auch das muss und darf mal sein. Auch wenn dies für viele schwer auszuhalten ist.

Es sollen, können, dürfen und müssen danach auch wieder andere Tage kommen und darauf dürfen wir Christ*innen hoffen.

Manchmal reicht unsere Zuversicht nicht. Wenn du jetzt direkt jemand zum Reden brauchst, empfehlen wir die Telefonseelsorge (08001110111 oder 08001110222) oder die Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche) 116111 (Mo-Sa 14-20h).

Und so segne der Herr uns
gerade in unseren dunklen Stunden,
wenn außer jammern und leiden nichts geht.
Er schenke uns die Kraft
die schlimmen Zeiten zu erdulden und zu überstehen.
Auf dass auch im Elend ein Funken Hoffnung in uns lebendig bleibt.
Amen.

Am Ostersonntag gibt es den nächsten #betblog und der ist dann voller Hoffnung!

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