Es ist ein ruhiger Tag.
Zeit aufzuräumen und die Gedanken fliegen zu lassen.
Beim Aufräumen halte ich verschiedene Dinge in den Händen:

  1. Umverpackung von Schokoriegeln aus Papier: ist das jetzt gelber Müll oder Altpapier? Und wie sinnvoll ist, dass ich mir darüber Gedanken mache? Wenn jeder so Müll trennt wie er will? Wird mein Aufwand nachher wirklich mit guter Müllentsorgung für die Umwelt belohnt?
  2. Eine ältere Hose: also passen tut die gerade mal so gar nicht! Zeit abzunehmen? Hose aufbewahren oder einfach entsorgen? Was wäre denn hier wohl sinnvoll?
  3. Meine alte Barbie: eigentlich wollte ich sie mal meiner Tochter vererben. Kann man das wirklich noch guten Gewissens tun – ein Spielzeug hinter dem dieses Rollenbild steht weitergeben? Soll ich die Barbie wirklich aufbewahren? Wer weiß, ob ich eine Tochter haben werde?
  4. Die Einladung zum 70. Geburtstag der Tante: ich muss noch zu- oder absagen. Meiner Mutter nach ist es natürlich überhaupt keine Frage, dass ich zusage. Aber warum sollte ich? Was bringt mir das? Und was bringt es irgendwem anderen?

So viele Fragen…
Die Frage nach dem Sinn.
Das typische menschliche Bedürfnis Dinge zu verstehen oder die „Belohnung“ in Reichweite zu haben.

Aber sollte man manchmal nicht Dinge tun oder wagen in der Hoffnung, dass sie einen Sinn machen?

– Vor Jahren schrieben wir in der Gruppe (aus der Jugend der Kirchengemeinde) einem anderen Gruppenmitglied, das länger schon nicht mehr aufgetaucht war, eine Beileidskarte zum Tod ihrer Mutter. Ein kleines Zeichen. Vor Kurzem haben wir erfahren, dass diese Karte sie in unsere Runde zurück geführt hat und weg von den „kiffenden Chaoten“.

– In cross#roads haben wir mal 20 kleine Bücher mit dem Titel „Geschichtensammler“ verteilt, in der Bahn liegen lassen etc. Wir waren etwas frustriert, weil wir nie wieder was von den „Geschichtensammlern“ gehört hatten. Einschätzung: sinnlose Aktion. Jetzt, zwei Jahre später, kam ein Foto von dem Weg, den eines der Bücher zurück gelegt hat. 13000 km im Bereich Geocaching.

Wann ist es sinnvoll zu überprüfen, ob und wann was sinnvoll ist?

Als er los ging, Simon und die beiden Brüder Jakobus und Johannes fragte, ob sie mit ihm gehen, ihm folgen würden, weil er eine gute Idee habe, ob die drei da schon dachten, dass sie die Grundlage für das Christentum legen würden. 2000 Jahre später gibt es immer noch Menschen, die ihm nachfolgen und denen der Glaube Sinn gibt. (Lk 5, 1-11)

Herr,
lass mich nicht immer alles sofort bewerten.
Schenke mir die Geduld und den Abstand,
den Dinge brauchen,
um ihren Sinn zu erkennen.
Amen.

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