Kennst du das, dass du nach einer Verabschiedung nach einer guten Zeit für eine längere oder ungewisse Zeit plötzlich Herzschmerz hast?

Mich erwischte es ganz plötzlich auf der Autofahrt nach Hause.
Ich hatte mich mit einem guten Freund nach längerer Zeit endlich mal wieder getroffen und uns beiden war klar, dass dieses Treffen für die nächste Zeit auch das letzte sein würde, weil er eine längere dienstliche Reise aufgebrummt bekam.
Ich dachte, ich würde das locker wegstecken. Und dann saß ich da im Auto und mich überkam eine tiefe Traurigkeit und ein komisches Gefühl im Bauch.

 

Und plötzlich tauchten Bilder von Situationen auf, in denen dies früher auch schon so war:

  • Als meine beste Freundin und Nachbarin, die ich mein ganzes 6jähriges Leben lang kannte plötzlich in eine andere Stadt zog. Wir waren auf unsere Eltern angewiesen, wenn wir uns wiedersehen wollten.
  • Nach einer tollen 18tägigen Ferienfreizeit, in der ich supertolle Menschen kennengelernt hatte, lagen wir uns heulend an den Kleinbussen in den Armen. Denn diese Reise war einmalig und wer weiß, ob die Zukunft uns nochmal zusammenführen würde.
  • Als die Verliebtheit vorbei war und wir weitere 3 Monate nicht an einem Ort sein würden, um zu gucken, was von der Beziehung eine Chance haben könnte zu überleben.

 

Klar, habe ich alle Momente überlebt. Die Realität, die danach kam, war nicht immer schrecklich.
Aber in diesen Trennungsmomenten war ich erstmal untröstlich und habe auch länger als nur ein paar Stunden oder Tage gelitten.
Alles waren jedoch wirklich bedeutende Momente.

 

Vielleicht gibt es in unserem Leben ja so etwas wie kleine letzte Abendmahl-Momente.
Jesus saß mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl. Er hatte mit ihnen einen guten, aber nicht leichten Weg zurück gelegt. Er aß mit den Jüngern und wusste aber auch schon, was auf ihn zukommen würde: der Verrat von Judas, die Kreuzigung und die Auferstehung. Wobei er sich vermutlich nicht wirklich vorstellen konnte, was da auf ihn zukommt. (Lukas 22, 14ff)

Liebender Gott,
manchmal kann ich,
wenn ich im Tal der Tränen bin,
den Sinn nicht erkennen.
Schenke mir Vertrauen
auf dich und dass du einen Sinn siehst,
auf mich und dass ich auch diesmal stark genug bin,
die Situation zu überstehen
und auf die Menschen um mich,
dass ich auf ihre Hilfe vertraue
und sie auch annehme.
Amen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.