Die U-Bahn Anzeige springt fröhlich von “1 Minute” auf “3 Minuten”, auf “Sofort” und wieder zurück.
Warten auf die Bahn.

“Warum fährt der Zug denn nicht los, obwohl er nun mittlerweile Verspätung hat?”
Warten auf die Bahn.

Das Warten bin ich mittlerweile gewohnt. Irgendein Zug, eine U-Bahn oder ein Bus kommt ja meistens zu spät oder fällt aus. Manchmal, wie heute, fällt den Schaffnern nicht einmal auf, dass der Zug Verspätung hat und sie sind ganz überrascht, dass Fahrgäste sie darauf ansprechen. Sie können daran ja auch nicht viel ändern und müssen auch warten, auf Informationen und ob es weitergeht. Ganz schön frustrierend, denke ich mir, besonders, wenn die Fahrgäste ihren Unmut an ihnen auslassen, obwohl sie auch nur Informationen weitergeben können. Diese Mitfahrer machen das Abwarten tatsächlich zur Geduldsprobe.

Dabei kann eine solche Wartezeit doch auch besonders sein. Beim gemeinsamen Warten auf den verspäteten Zug entstehen doch die interessantesten Gespräche, die beeindruckendsten Begegnungen, viel mehr als an Tagen, an denen alles glatt läuft. Man sitzt in einem Boot und kann sowieso nichts ändern, da sollte man doch viel besser gemeinsam die unverhofft gewonnene Freizeit auskosten.
Mit etwas Gelassenheit kann das Warten da auch schon einmal zum kleinen Geschenk im Alltag werden.

Mit etwas Gelassenheit stehen wir auch dem Warten auf Weihnachten, der Geburt Jesus gegenüber. Diese Zeit des Wartens wird häufig sogar richtig zelebriert. Da wird Licht ins Dunkel gebracht, Adventskränze werden aufgestellt, die Wohnung wird festlich geschmückt, Adventskalender ziehen in die Häuser ein. Und Tag für Tag rücken wir näher an diese geheimnisvollen Stunden heran. Voller Vorfreude warten wir, mal ungeduldig, mal gelassen, aber immer ganz anders als im sonst so stressigen Alltag.

Auch Maria und Elisabeth begingen das Warten auf Johannes Geburt voller Vorfreude in dem Wissen, dass sie beide auserwählt wurden. Selbst der ungeborene Johannes stimmt in die Vorfreude mit ein, als Maria bei Elisabeth eintrifft. Er hüpfte im Mutterleib vor Freude (LK 1,39-45).

Herr,
das Warten auf Weihnachten fällt mir so leicht, ich genieße es sehr und spüre die Vorfreude,
gib mir auch in meinem Alltag die Gelassenheit Wartezeiten auszukosten, sie anzunehmen, wenn ich es nicht beschleunigen kann und mich weniger darüber zu ärgern.

Amen

Auf manches lohnt es sich auch zu warten, wie die Wise Guys so schön singen.

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