#betblog “Ins kalte Wasser”

Ich bin ins Wasser gesprungen, als Kind, ohne zu zögern. Ob kalt, ob warm, das war mir völlig egal, nur zu heiß durfte es nicht sein. Ich habe mich einfach getraut, Augen zu und durch. Nie war es wirklich schlimm.

Als ich letztens mit einer Freundin Schwimmen war, habe ich gebibbert. Gebibbert bei angeblich warmem Wasser. Bis ich es bis zum Bauch ins Wasser geschafft hatte, war schon ein Weilchen vergangen und auch dann fühlte es sich immer noch kalt an. Erst nach zwei Bahnen kam langsam die Wärme, zwei Bahnen, durch die ich durchmusste, um mich im Wasser wieder wohl zu fühlen. Als Kind hätte ich mir das nicht vorstellen können. Ich die Wasserratte läuft in Zeitlupe ins Wasser – das konnte nicht sein.
Als Kind hätte ich mir aber auch nicht vorstellen können, dass ich irgendwann einmal freiwillig sagen würde, “Okay, dann übernehme ich den Moderationspart. Manchmal muss man halt ins kalte Wasser springen.” Vor Fremden frei reden war für mich noch vor einigen Jahren undenkbar.
Wie oft ich seit meiner Kindheit ins kalte Wasser gesprungen bin, weiß ich nicht. Sicherlich hunderte Male ins Wasser und genauso häufig in Situationen, die ich gerne umgangen hätte, manches Mal auch nicht ganz so freiwillig 😉. In genau diesen Momenten habe ich allerdings gelernt, dass ich mehr kann, als ich mir zugetraut hatte, sehr viel mehr sogar. Dennoch zögere ich jedes Mal aufs Neue und muss mir selbst sagen “Probier es! Vielleicht ist es ja gar nicht so dramatisch, wie du es dir ausmalst. Wenn es doch mal schief geht, hast du es wenigstens probiert.“ Soweit habe ich wohl als Kind noch nicht gedacht.

Auch für Paulus gab es wohl eine Zeit, in der er lieber den schon Gläubigen von Jesus berichtete, sich jedoch davor drückte den ungläubigen Juden weiter von Jesus dem Messias zu verkünden. Erst als Gott ihm versicherte, dass ihm nichts geschehen würde, brachte er wieder den Mut auf auch vor die Ungläubigen zu treten.

„Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun.“ (Apg 18, 9a-10)

Vielleicht brauchen wir Menschen manchmal einfach diese Zusage von Gott, um uns etwas zu zu trauen.

Guter Gott,

ich traue mir so manches Mal etwas nicht zu,
es dann einfach zu tun, zeigt mir aber ebenso häufig, dass ich es doch kann.
Gib mir Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten und ermutige mich auch mal ins kalte Wasser zu springen.
Wenn es doch einmal schief geht, richte mich auf und lass es mich nochmal probieren, wie du es bei Paulus getan hast.
Zeige mir, dass du an meiner Seite bist und mich unterstützt.

Amen

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