In meiner Erinnerung ist der Advent eine wunderbare Zeit. Eine Zeit in der
Geschichten aus dem Adventskalender geteilt wurden, alte
Weihnachtskassetten meiner Eltern mit ihren Erinnerungen verwoben
hervorgekramt wurden, Plätzchen über Plätzchen zu den Tönen von “In der
Weihnachtsbäckerei” gebacken wurden und dabei genascht wurde, bis nur noch
die Hälfte übrig war. Eine Zeit in der gemütlich um den leuchtenden
Adventskranz gesessen wurde, zusammen singend oder mit den über das Jahr
fast verstaubten Instrumenten und ganz viel Zeit mit der Familie verbracht
wurde. Eine Zeit in der die Schuhe zu Nikolaus noch mit Überraschungen mit
Mandarinen, Nüssen und Schokolade gefüllt waren.

Heute scheint das alles anders zu sein. Zu Nikolaus werden Wünsche erfüllt – Überraschungen Fehlanzeige. Smartphones zu Nikolaus, das scheint der neue Trend zu sein, wenn man den Zeitungsartikeln glaubt. Statt gemeinsam verbrachten Stunden mit Gesprächen, Singen, Plätzchen backen, lieber alleine auf den neusten Handybildschirm starren. Größer, teurer, einfach mehr, das scheint auch vor Nikolaus nicht mehr Halt zu machen. Ich frage mich wie groß dann die Wünsche zu Weihnachten sind.

Wie viel mehr geht da noch und wo bleibt Platz für die Besinnlichkeit, die Erwartung auf das was kommt? War der heilige Nikolaus nicht ein Helfender, ein Teilender? Sollten wir uns gerade heute und in der Adventszeit nicht auf genau diese Werte wieder zurückbesinnen? Mit anderen Teilen und sich Zeit nehmen, zu helfen? Auch wenn es nur ein geteilter Adventskalender ist. Geteilte Freude ist ja bekanntlich doppelte Freude.

Herr,
gebe mir in dieser Zeit den Blick für das Wesentliche,
lass mich sehen, was ich teilen kann,
zeige mir, wie ich helfen kann
und was wirklich wichtig ist.
Amen

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