„Da wollen wir hoch. Zu Fuß!“ – eine Freundin zeigte dabei auf die Bergstation am steil vor uns aufragenden Ätna.
„Das schaffe ich nicht! Ich komme da nicht mehr runter“, war mein erster Gedanke und war davon auch fest überzeugt.
„Doch das schaffst du. Von hier aus sind es nur etwa 600 Höhenmeter. Es sieht schlimmer aus, als es ist. Und den Weg zurück schaffst du dann auch.“
Wir waren extra für die Aussicht dorthin gefahren. Trotz Muffensausen wollte ich daher auch nicht kneifen.

600 Meter höher und drei Stunden später, nach einem Anstieg über steile Abhänge, die mit feiner Lavaasche bedeckt waren, auf der die Füße wegrutschten, waren wir endlich oben angekommen. Die Anstrengung hatte sich gelohnt, trotz aller Strapazen war es ein großartiges Gefühl, es geschafft zu haben. Die unwägbare Asche überwunden zu haben, nicht aufgegeben zu haben und den Weg das Ziel sein lassen. Die Entscheidung für den mühsameren Aufstieg zu Fuß und gegen die Seilbahn war es wert, auch wenn der holperige Abstieg noch bevorstand. Dank der Motivation vom Aufstieg habe ich auch den Abstieg gut überstanden.

Was wäre, wenn ich es gar nicht erst versucht hätte?
Wäre ich dann mit so einem guten Gefühl nach Hause gefahren? Hätte es zu Missmut zwischen meiner Freundin und mir geführt? Wahrscheinlich beides. Auf alle Fälle hätte ich nun nicht das Gefühl, auch Hürden nehmen zu können, die ich mir zunächst gar nicht zutraue.
Welche Konsequenzen Entscheidung für den einen und gegen den anderen Weg haben, können sind nicht immer vorauszusehen. Manche beeinflussen uns nur minimal, andere haben Konsequenzen für unseren ganzen Lebensweg.

Was wäre, wenn du dich an dem ein oder anderen Punkt deines Lebens anders entschieden hättest?
Beziehungen, Freundschaften, Lebensläufe … der Punkt, an dem du dich darin gerade befindest, hängt von vielen schon getroffenen Entscheidungen ab. Welche Ausbildung oder welchen Studiengang du gewählt hast. Welchen Personen du deine Zeit schenken möchtest. Wofür du dich einsetzt.

Was wäre, wenn Jesus sich entschieden hätte wegzulaufen, statt gekreuzigt zu werden? Wie sähe unsere Welt dann heute aus? Gäbe es christliche Werte? Wie würden wir miteinander umgehen?
Wenn wir das nächste Mal eine Entscheidung treffen müssen und nicht wissen, wohin uns der Weg führen wird, ist vielleicht Gott zur Stelle, wenn wir ihn darum bitten.

“Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf.” (Jakobus 1,5)

Herr,
stehe mir besonders bei
schwierigen Entscheidungen bei
und weise mir den Weg.

Ermutige mich, auch vor dem vermeintlich
steinigeren Weg nicht zurückzuschrecken,
um an den Herausforderungen zu wachsen
und gestärkt daraus hervorzugehen.
Auch wenn ich den leichteren Weg gewählt habe,
unterstütze mich in allem,
was zukünftige Kreuzungen für mich bereithalten.
Amen

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