Vor einiger Zeit habe ich folgenden Post gelesen:

Verrückt, oder? Wir alle haben das wahrscheinlich schon mal gehört: “Verrückt”, im Sinne von “unfassbar” oder “unglaublich”. Es ist verrückt, mitten in der Nacht die beste Freundin vor der Tür steht, völlig durchnässt, nur weil man nicht alleine sein wollte. Oder wenn alles schief läuft und der Freund von Laden zu Laden fährt, um das geliebte Abendessen doch irgendwie auf den Tisch zu zaubern. Oder eben, wenn jemand acht Stunden fährt, nur um Weihnachten bei jemand anderem zu sein.

Verrückt hat oft einen negativen Beigeschmack. Menschen, die “verrückt” genannt werden, sind nicht ganz bei sich oder durcheinander. “Verrückt” kann aber eben genau so gut sein. Verrückte Aktionen sind irgendwie gegen die Norm oder die Erwartungen, aber irgendwie auch cool. Sie sind unfassbar, weil man nicht mit ihnen gerechnet hat.
Und es sind eben auch genau diese Aktionen, die in Erinnerungen bleiben und eine gute Geschichte ergeben. Sie fangen später mit Sätzen an wie “Weißt du noch damals, als wir…” oder “Oh man, war das verrückt als du…”, werden von einem Lachen begleitet und machen Spaß, erzählt zu werden.

Dieses Jahr war auch ein verrücktes Jahr – im Guten wie im Schlechten. Aber auf jeden Fall bleiben auch die Geschichten von verrückten Aktionen zurück. Fotos davon, wie Familien vor dem Esszimmer der Eltern Tische und Bänke aufgebaut haben, um gemeinsam zu essen. Oder Videos, in denen Menschen, die in Quarantäne waren, Kleinigkeiten mit Hilfe eines langen Stabes in den dritten Stock gereicht wurden. Familienfeiern, die plötzlich als Videokonferenz stattfanden und zu denen jeder vorher etwas zugeschickt bekam. Oder eben auch die Geschichten, in denen Familien stundenlang fahren, nur um dann kurz vor dem Fenster der Lieben zu stehen und sich einmal – den Umständen entsprechend – persönlich sehen zu können. Unglaublich, oder?

Ich habe in meinem Handy einen Ordner, der den Namen “verrücktes 2020” trägt, in dem Bilder von all diesen Aktionen sind. Aktionen, die nur ein so verrücktes Jahr mit sich bringen kann. Und ich freue mich darauf, in einigen Jahren diese Fotos anzusehen und mich über all diese unglaublichen und unfassbaren Aktionen zu freuen und die Geschichte anzufangen mit “Oh man, war das verrückt als du…”.

Wenn man mal genauer hinsieht, ist eigentlich die Weihnachtsgeschichte genau so verrückt, oder? Die schwangere Maria zieht mit ihrem Mann Joseph, der nicht der Vater des Kindes ist, in seine Heimat, um dort in einem Stall das Kind zu bekommen, das der Retter der Menschheit sein soll. Und dann kommen auch noch Hirten zu Besuch und drei Weise, die den weiten Weg aus dem Morgenland auf sich nehmen, um das frisch geborene Kind zu sehen und ihm Dinge zu schenken, mit dem es gar nichts anfangen kann. Verrückt, oder?
Aber eben deshalb, weil sie so unglaublich ist. Und eine Geschichte, die wir uns auch noch tausende Jahre später erzählen.

“Oh man, weißt du noch damals, als Maria…verrückt.”

Herr,
manche Dinge sind für uns unfassbar,
lassen den Moment dadurch
aber auch erinnerungswürdig werden.
Bestärke uns darin, 
verrückt zu denken sein 
und außerhalb des bekannten Rahmen zu denken.
Segne alle Menschen,
die sich in diesem verrückten Jahr
zum Weihnachtsfest unglaubliche Dinge einfallen lassen,
um gemeinsam, aber sicher, mit ihren Lieben zu feiern.
Amen.

Wir hoffen, du hattest ein schönes, wenn eben vielleicht auch etwas verrücktes Weihnachtsfest und kommst gut und gesund ins neue Jahr!

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