Als ich neulich abends auf der Couch saß und Musik hörte, stieß ich irgendwann auf folgendes Lied des Künstlers Fabian Römer:

Und irgendwie fühlte es sich merkwürdig passend und gleichzeitig wie ein weit entfernter Traum an. Der Künstler singt hier davon, gerade einfach mal eine Pause zu machen, sich nicht um Pflichten, Struktur oder seine Zukunft zu kümmern, sondern vor sich hinzuleben und nur das zu tun, worauf er gerade Lust hat.

Hätte ich dieses Lied vor etwas mehr als einem Jahr gehört, hätte ich dieses Gefühl zu 100% nachvollziehen können. Man denkt ja schließlich, gerade auch in jungen Jahren, viel über die nächsten Schritte nach, plant seine Zukunft und hängt Aufgaben hinterher, um eben keine Lücke im Lebenslauf zu haben.

Und trotzdem ist sie irgendwie da, seit über einem Jahr. Diese blöde Lücke, in der zwar alles irgendwie weitergeht, aber auch nicht so richtig.
Der volle, durchgetaktete Tag ist irgendwie freier, aber zugleich doch irgendwie stressig. Ich verbringe mehr Zeit zuhause, aber nicht mehr so gerne wie früher. Und plötzlich klingen die Zeilen des Liedes nicht mehr so nach idyllischer Auszeit, sondern nach bitterer Realität:

Und wenn mein Vater fragt: „was machst du so den ganzen Tag?“
denk’ ich verdächtig lang über ‘ne Antwort nach.
Was soll ich denn bitte sagen?
Den Wecker stell’ ich nur um die Sonne nicht zu verschlafen.

Und trotzdem geht’s mir an sich gut. Mein Stresspegel ist gesunken. Ich habe mir, aufgrund mangelnder Alternativen, endlich mal Zeit genommen, die Dinge zu tun, die lange liegen geblieben sind. Ich hatte zwischendurch den Kopf frei genug, um kreativ zu arbeiten, Ideen zu verwirklichen und zu schreiben.
Und so bekommen die Zeilen von oben doch noch eine positive Wendung:

Ich lieg’ auf Wiesen und zelebriere das gar nichts tun,
leerer Kalender – vollgeschriebenes Tagebuch.

Und auch, wenn ich mir im Gegensatz zu Fabian Römer wünsche, dass diese Lücke in meinem Leben bald wieder endet, erkenne ich doch, dass eine gewisse Ruhe und ein Abweichen vom Tagesgeschehen ganz schön gut tun kann. Es gibt schließlich einen Grund, wieso Gott nach getaner Arbeit einen ganzen Tag geruht hat, um sich seine Erfolge anzusehen. (1. Mose 2)

Guter Gott,
manchmal entstehen Lücken in meinem Leben,
die ich füllen möchte.
Hilf mir, mich dabei zwischendurch auch darauf zu besinnen,
Pausen zu machen und bewusst Lücken zu lassen,
damit auch ich zur Ruhe komme.
Amen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.